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Full text: s'Dorer Blättle (2018-2020)

5 GEMEINDE 
4 
Weil Geschichte und Geschichten nur l eben- 
dig bleiben, solange die Mensche n davon 
wissen und sie auch weitergeben, mö chten 
wir in dieser Serie Historisches aufbereiten 
und die eine oder ander e Anekdote aus dem 
(Gemei nde)ar chiv hervorkramen. 
Zu Beginn gehen wir weit z urück zur Besiede- 
lung von Doren (vermutlich 12. Ja hr hundert). 
Ni emand geringerer als Werner Vogt, uner- 
müdlicher Heimatforscher , „ wandelnde s 
Lexikon“, was sämtliche Vorarlbergensien 
betr ifft, und Herausgeber zahlreicher Publika- 
tio nen, br achte Licht ins Dunkel der grauen 
Vorzeit.   
Das Erbe der Grafen und 
Herrschaften im Vorderwald … 
Zur Zeit der Bregenzer Gr afen (1400 – 1500) 
waren im Vorderen Bregenzerwald deren 
B e sitzungen in viele Huben (von Haben) 
aufgeteilt. Im Bereich von Doren (e hem. „zur 
Darren“) gab es Ende 15. Jahrhunderts 2 
Huben der Gr afen, denen die Le hensnehme r 
zu Jahresende ihre Zinse leisteten. Jene 
Huben hi eßen auch „R eichshuben“ . Dann 
gab es zwei weitere Huben, die „Gotteshaus- 
huben“ . Ursache war hier einer der Grafen, 
der zu einem fro mmen Zweck die Zinsleistun- 
gen der Hubenne hmer an das Hauskloster 
Mehrerau (in Bregenz) übergab. 
Besonders an der Wende des 16./17. Jahr- 
SPURENsuche 
„Ein Volk ohne K enntnis s einer Geschichte, seines Ursprungs 
und seiner K ultur ist wie ein  Baum ohne Wurzeln.“ 
(Marcus Mosiah Garvey) 
hunderts wurden die Huben durch 
Zuna hme der Einwohner (Zinsne h- 
mer) in deren Betriebsflächen 
immer stärke r ze rstück elt. Sie 
stiegen um 1700 auf etwa 20 
Familien mit bis zu 500 (!) Grund- 
stücken pro Hube. 
Um 1750 bis 1800 entstand im 
schwäbisch-vorarlbergischen 
Hubengebi et, ausgehe nd von 
Kempten und auch von der österr. 
Kaiserin Maria-Theresia gefördert, 
eine neuartige , sogenannte „Ver- 
einödungsperiode“. Hube um 
Hube wurde n viele Grundstücke 
aufgemessen. Boden werte und 
Grundstückslage wurden nach 
einem bestimmten Punktesystem 
taxiert, dann wertausgle ichend auf 
die vie len Familien aufgeteilt. Es 
wurde auch bedacht, die vielen 
kleineren Ba ue rnhäuser abz utra- 
gen und dann – nach damaliger 
„moder ner A ns chauung“ größere 
B aue rnhäuser auf den 
arr ondie rten Liegenschaf- 
ten zu errichten. Kurz vor 
1800 fielen die Franzosen 
mit den verbrüderten 
Bayern kriegerisch in 
Österreich ein und er- 
reichten Vorarlberg und 
Tirol. Am 25. Dezember 
1805 wurde dem Frie- 
densvertrag z ugestimmt . 
Das vorher zu Vorarlberg 
gehörende Gebiet von 
der Lei blach bis fast vor 
Isny und K empten wurde 
den Bayern zugespro- 
chen. Nun her rschten 
unter bayr ischer Herr- 
schaft auch in Doren und 
Umgebung bayrische 
Anschauung e n, Gesetze, 
Glauben, Militärdienst- 
pfl icht – und es gab neue 
Steuern. Der begonnene 
Vereinödungsgedank e 
war eingeschlafen. Ab 
1806/ 7 wurde auch der 
neue (Grundstücks) 
Kataster auf bayrische Art 
festgelegt. Erst 1814 
ve rschwand die bayr ische 
Allmacht und Ge walt. 
Vorarlberg durf te dafür 
viel Land und Leute, von 
Linda u bis weit in das 
Allgäu abtreten. 
(Werner Vogt / Maria nne Klopfer) 
… in der nächsten 
Ausgab e: die Bedeut ung 
verschiedener Flurnamen 
von Doren Doren
	        
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