Skip to main content

Full text: s'Dorer Blättle (2018-2020)

21 
Fotos: privat / Wilhelm Becher 
Text: Marianne Klopfer 
Erstes Grabkreuz, geschaffen im Alter von nur 16 Jahren. 
Runde unter seiner fachkundige n Anleitung diese besonde- 
ren, hochwe rtig en Messer hers tell en. 
1975 bis 2000 war der „Meister der Klinge“ beim Innungs- 
auss chuss für Schlosser, Schmiede und Landmas chinen- 
mechaniker, ab 1987 war er 13 Jahre lang Innungsm eis ter - 
Stellvertreter und erhielt das 
Goldene Ehrenzeichen. Die 
Wir tschaf tskamm er V orarl- 
berg verli eh ihm das Silber- 
ne Ehrenzeichen, die Ge- 
me inde Doren 1990 das 
Gemeindeverdienstzeichen. 
Eisen muss man schm ieden, 
solange es heiß ist. 
  
Nicht nur in seiner Werk- 
statt, auch gemeindepoli- 
tisch s cheute Wilhelm die 
heiße n Eisen nicht. Es waren 
Jahre des Umbruchs, des 
Aufbruchs, in denen er für 
die Gemeinde Doren aktiv 
war: 1965 wurde er erstmals 
in die Gemeindevertretung 
gewähl t und wirkte dort bis 
1990, 25 Jahre lang! Von 
1970 bis 1980 stellte er sich 
als Vizebürgerm ei ster zur 
Verfügung. 
In diesen J ahren wurden 
weg- und zukunfts wei s ende 
Projekte in Doren beschlos- 
sen oder auf Schiene gebracht: 
Er erinnert sich an die Diskussionen um den Standort der 
Hauptschule mit den Anrainergemeinden, an den Bau des 
Gemeindesaales, die Einrichtung eines Kindergartens, 
aber auch an gesellige Zeiten. 
Ausgelassene Fas ch i ngsumzüge (Wilhelm hat über 20 Um- 
züge auf Filmrollen gebannt in seinem Archiv), elegante 
Ball abende im Saal, seine aktive Zeit bei Feuerwehr und 
Kirchenchor. 
Vie les hat sich verändert in den l etzten 50, 60 Jahren, nicht 
nur im Leben im Dorf, auch was das Handwerk angeht. 
Wil helm bedauert, dass das künstlerische, s chöpferis che 
Handwerk ve rloren geht. „Heute hat alles nur noch recht e 
W inkel, ist gerade, ohne Individualität.“ Umso mehr freut 
er sich über besondere Aufträge für Restaurierungsarbei- 
ten an Schmiedewerken v e rgangener Epochen wie zuletzt 
für das De uring Schlössle in der Bregenzer Oberstadt. Stolz 
ist er auf viele seiner Werke, besonders seine kunstvoll ge- 
schmiedeten Kreuze finden 
sich auf vielen Friedhöfen in 
V orarlb erg, D eutschl and, 
Li echtenstei n und der 
S chweiz. 
Nach bes onderen Erlebnis- 
sen gefragt , muss Wil helm 
gar nicht weit zurückden- 
ken: für die Ergän zung einer 
Inschrift für ein Grabkreuz 
aus Lindenberg mus ste we- 
gen coronabedingter 
Grenzschließungen die 
Ü bergabe der Schrifttafel 
auf der Kesselbachbrücke 
in Langen erfolgen. „Wie in 
den 1960er-Jahren der 
Agentenaustausch zwi- 
schen Ost- und Westberlin“ 
schmunzelt Wil helm ver- 
schmitzt. Ein andermal 
mus ste er mit einer Hufzan- 
ge einen Ehering vom blut- 
rot geschwollenen Finger 
„zwicken“.   
Und privat? 
2012 feierte er mit seiner Ros- 
witha Goldene Hochzeit, seine beiden Enkelinnen R icarda 
und Ida-Sophie bereiten ihm viel Freude. Ricarda hatte ihn 
schon als 10jähriges Mädchen oft und gerne auf seinen 
Reisen quer durch Europa begleitet. Apropo s reisen: um 
seinem zweiten Hobby , dem Surfen, nachgehen zu kön- 
nen, bereiste er die Welt: Male diven, Dominikanische Re- 
publik, Gran Canaria, Hurghada in Ägy pten, Kroatie n – 
viele traumhafte Urlaube haben Wil helm und Roswitha 
verbracht. Reisen ist mo mentan unmöglich. So verbringt er 
jeden Tag in der Werkstatt, hilft da und dort mit und hofft, 
dass er noch ein paar Jahre so we iterm achen kann.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.