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Dank der vielen blühenden Kräu-
ter, Bäume, und Blumen, summt
und brummt es derzeit in jedem
Winkel. Was für ein Spektakel! Ne-
ben vielen versc hiedenen Arten an
Wildbienen, Hum meln und
Schmetterlingen, laben sich auch
Honigb ienen am Nekta r der Blü-
ten. Sie kommen nicht von unge-
fähr. Imker küm mern sich darum.
In den letz ten Ja hren sind eine
Han dvoll in Doren neu „unter die
Imker“ gegangen!
Zwei davon standen Rede und
Antwort, Ronald Schenkermayr
und Ma nuel Walser. Ihre ungefähr
10 Völke r „b eherrsc hen“ die Sulz.
Was fasziniert euch
an der Imkerei?
Ronald: Das faszinierendste für
mich sind eigentlich die Bienen
selbst. Ein Bienenvolk kann man als
einen Organismus b etrac hten, wel-
cher wiederum nur durch das
selbstlose Zusammenwirken der
ein zelnen B ienen ü berleben kann.
Wir als Imker machen uns die Be-
treuung der Bienen zur Aufgabe da
diese heutzutage wegen verschie-
den ster äußerer Einflüsse derart
geschwächt werden, dass ein
Überleben nicht mehr gewährleis-
tet wäre. Als "Belohnung" für die
Betreuung der Bienenvölker ent-
nimmt der Imker einen Teil des von
Bienen gesammelten Honig s, aber
auch andere sehr gesunde Produk-
te wie Propolis, Wachs, P ollen oder
Gelee Royal können zu einem Teil
geerntet werden.
Manuel: Es ist die Arb eit mit der
Biene und dem Lebewesen selbst.
Ohne den Menschen könnte die
Biene nicht mehr überleben. Um-
gekehrt ist es natürlich auch so. Wir
sehen in China was passiert, wenn
es die B ienen nicht mehr gibt. Dort
wird händisch bestäubt. Ohne Be-
stäubung gibt es (fast) kein Leben .
Wenn Mens chen morgen ausster-
ben würden, hätte das keinen allzu
großen Auswirkungen auf den Pla-
neten. Aber das Aussterben der
Biene und a nderen Insekten könnt e
verheerend sein. F as zinierend ist
auch die absolute Ruhe, die ich nur
bei meinen V ölkern habe, weil Ni-
cole, Levin und Luca eine Bienenal-
lergie haben (lacht).
Ihr seid Herrscher über ganze
Völker. Wie seid ihr zum
Imkern gekommen?
Ronald: Durch das Thema "Bienen-
sterb en" in den Med ien habe ich
schon läng er mit dem Gedanken
gesp ielt B ienen "anzuschaffen",
ohne mich eigent lich groß mit dem
Thema " Imkerei" selbs t zu beschäf-
tigen . Zufällig kam ich mit einem
Freund darauf zu sprechen, wel-
cher sich gerade für einen Imker-
kurs angemeldet hat, da noch ein
Platz frei w urde, habe ich mich im
Jahr 2018 ziemlich spontan dazu
entschlossen mit dem Im kern anzu-
fang en.
Manu el: Meine Oma hatte schon
B ienen. Sie gab uns die geschleu-
d erten Waben immer zum Aus-
schlecken. Das haben meine
Schwester und ich geliebt. Daran
kann ich mich heute noch erinnern .
Vielleicht war diese Kindheitserin-
nerun g der Grund, warum ich vor 5
Jahren mit dem Imkern – ohne
großartiges Vorwissen - beg onnen
hab. „Lea rning by doing“ und das
haut hin.
Die Imkerarbeiten sind doch
immer dieselben. Wird diese
Rou tine nicht langweilig?
Ron ald: Also auch in m einem 4.
Imkerjahr spüre ich keine Spur von
Langeweile.
Es gibt immer w ieder neue Situatio-
nen in welch en man oft spontan
gewisse Schritte zum Wohle der
B ienen setzen muss. Sehr hilfreich
ist da na türlich der Kontakt zu er-
fahrenen, langjährigen Imkern.
Manuel: Da kommt immer was
Neues , ausgelernt hat man da nie.
B ienen sind wie Frauen: „unbere-
chenbar, wild und aufregend“.
Ihr seid berufstätig bzw.
selbstständig. Habt ihr genug
Zeit für eure „flotten Bienen“?
Ron ald: Das Im kern benötigt tat-
sächlich mehr Zeit als erwartet und
es ist auf jeden Fall von Vorteil,
wenn man, vor allem zu gewissen
Jahreszeiten wie Mai/Juni, eine
gewisse Flexibilität bei den Arbeits-
zeiten hat. Man muss im Frühjahr
m itunter doch einig e Stund en pro
Woche für die B ienen aufbringen.
Manuel: Die Zeit nehm ich mir
gern. Es ist ein Ausg leich zu meiner
Arbeit . Natürlich gibt es im Früh-
jahr einig es zu tun, aber ab August
ist dann das Bienenjahr eigentlich
schon erledigt. Durch meine Selbst-
Keine Zeit – ich muss zu meinen Mäd els …
Text: Marita Giselbrecht
Fotos: Jürgen Giselbrecht, privat