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Full text: s'Dorer Blättle (2018-2020)

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Dank der vielen blühenden Kräu- 
ter, Bäume, und Blumen, summt 
und brummt es derzeit in jedem 
Winkel. Was für ein Spektakel! Ne- 
ben vielen versc hiedenen Arten an 
Wildbienen, Hum meln und 
Schmetterlingen, laben sich auch 
Honigb ienen am Nekta r der Blü- 
ten. Sie kommen nicht von unge- 
fähr. Imker küm mern sich darum. 
In den letz ten Ja hren sind eine 
Han dvoll in Doren neu „unter die 
Imker“ gegangen! 
Zwei davon standen Rede und 
Antwort, Ronald Schenkermayr 
und Ma nuel Walser. Ihre ungefähr 
10 Völke r „b eherrsc hen“ die Sulz. 
Was fasziniert euch   
an der Imkerei? 
Ronald: Das faszinierendste für 
mich sind eigentlich die Bienen 
selbst. Ein Bienenvolk kann man als 
einen Organismus b etrac hten, wel- 
cher wiederum nur durch das 
selbstlose Zusammenwirken der 
ein zelnen B ienen ü berleben kann. 
Wir als Imker machen uns die Be- 
treuung der Bienen zur Aufgabe da 
diese heutzutage wegen verschie- 
den ster äußerer Einflüsse derart 
geschwächt werden, dass ein 
Überleben nicht mehr gewährleis- 
tet wäre. Als "Belohnung" für die 
Betreuung der Bienenvölker ent- 
nimmt der Imker einen Teil des von 
Bienen gesammelten Honig s, aber 
auch andere sehr gesunde Produk- 
te wie Propolis, Wachs, P ollen oder 
Gelee Royal können zu einem Teil 
geerntet werden. 
Manuel: Es ist die Arb eit mit der 
Biene und dem Lebewesen selbst. 
Ohne den Menschen könnte die 
Biene nicht mehr überleben. Um- 
gekehrt ist es natürlich auch so. Wir 
sehen in China was passiert, wenn 
es die B ienen nicht mehr gibt. Dort 
wird händisch bestäubt. Ohne Be- 
stäubung gibt es (fast) kein Leben . 
Wenn Mens chen morgen ausster- 
ben würden, hätte das keinen allzu 
großen Auswirkungen auf den Pla- 
neten. Aber das Aussterben der 
Biene und a nderen Insekten könnt e 
verheerend sein. F as zinierend ist 
auch die absolute Ruhe, die ich nur 
bei meinen V ölkern habe, weil Ni- 
cole, Levin und Luca eine Bienenal- 
lergie haben (lacht). 
Ihr seid Herrscher über ganze 
Völker. Wie seid ihr zum   
Imkern gekommen? 
Ronald: Durch das Thema "Bienen- 
sterb en" in den Med ien habe ich 
schon läng er mit dem Gedanken 
gesp ielt B ienen "anzuschaffen", 
ohne mich eigent lich groß mit dem 
Thema " Imkerei" selbs t zu beschäf- 
tigen . Zufällig kam ich mit einem 
Freund darauf zu sprechen, wel- 
cher sich gerade für einen Imker- 
kurs angemeldet hat, da noch ein 
Platz frei w urde, habe ich mich im 
Jahr 2018 ziemlich spontan dazu 
entschlossen mit dem Im kern anzu- 
fang en. 
Manu el: Meine Oma hatte schon 
B ienen. Sie gab uns die geschleu- 
d erten Waben immer zum Aus- 
schlecken. Das haben meine 
Schwester und ich geliebt. Daran 
kann ich mich heute noch erinnern . 
Vielleicht war diese Kindheitserin- 
nerun g der Grund, warum ich vor 5 
Jahren mit dem Imkern – ohne 
großartiges Vorwissen - beg onnen 
hab. „Lea rning by doing“ und das 
haut hin. 
Die Imkerarbeiten sind doch 
immer dieselben. Wird diese 
Rou tine nicht langweilig? 
Ron ald: Also auch in m einem 4. 
Imkerjahr spüre ich keine Spur von 
Langeweile. 
Es gibt immer w ieder neue Situatio- 
nen in welch en man oft spontan 
gewisse Schritte zum Wohle der 
B ienen setzen muss. Sehr hilfreich 
ist da na türlich der Kontakt zu er- 
fahrenen, langjährigen Imkern. 
Manuel: Da kommt immer was 
Neues , ausgelernt hat man da nie. 
B ienen sind wie Frauen: „unbere- 
chenbar, wild und aufregend“. 
Ihr seid berufstätig bzw.   
selbstständig. Habt ihr genug   
Zeit für eure „flotten Bienen“? 
Ron ald: Das Im kern benötigt tat- 
sächlich mehr Zeit als erwartet und 
es ist auf jeden Fall von Vorteil, 
wenn man, vor allem zu gewissen 
Jahreszeiten wie Mai/Juni, eine 
gewisse Flexibilität bei den Arbeits- 
zeiten hat. Man muss im Frühjahr 
m itunter doch einig e Stund en pro 
Woche für die B ienen aufbringen. 
Manuel: Die Zeit nehm ich mir 
gern. Es ist ein Ausg leich zu meiner 
Arbeit . Natürlich gibt es im Früh- 
jahr einig es zu tun, aber ab August 
ist dann das Bienenjahr eigentlich 
schon erledigt. Durch meine Selbst- 
Keine Zeit – ich muss zu meinen Mäd els … 
Text: Marita Giselbrecht 
Fotos: Jürgen Giselbrecht, privat
	        
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