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ständigkeit kann ich mir das sehr
gut einrichten, weil viele Arbeiten
am Stock wetterabhängig sind.
Das Schönste im Imkerjahr ist das
Verweilen am B ienens tock und der
intensive Geruc h nach Honig . „Des
fahrt voll i“.
Imker sind Weltverbesserer.
Stimmt das?
Ronald: Eher sind die B ienen selbs t
(und viele andere Ins ekten) Welt-
verbes serer ;-) Aber für viele Imker
ist der Zugang zu den Bienen und
zur Natur ein ökologischer und das
ist gut für die Umwelt. Ich finde es
gut, dass das Thema nachhaltige-
und regionale Lebensmittel bei
vielen Menschen mehr ins Bewusst-
sein gerückt werden, es kann somit
jeder - egal ob Pr oduzent oder
Konsument - zu einem k leinen
Weltverbesserer werden (lacht)
Manuel: Weltverbesserer jetzt viel-
leich t grad nicht , aber ein „Gut-
mensch und Welterhalter“ auf je-
den Fall!
Bienenstiche tun bekanntlich weh.
Wie oft werdet ihr gestochen?
Ronald: Beim Imk ern selbst werde
ich gelegentlich in die Finger oder
in die Hand gestochen, wenn ich
z.B. mal eine Biene einklem me -
aber das ist eher selten . Das Rasen-
mähen in der Nähe des Bienen-
standes mögen sie oft nicht so
gerne, da kommt auch schon mal
ein Stich dazu, aber auch da ist
man mit tler weile ja gewa rnt und
passt dementsprechend gut auf
damit man die B ienen so wenig
wie möglich stör t.
Manuel: Ich imkere immer in mei-
ner Badehose. Hin und wieder
kommt mir eine zu nah und sticht
mich. Aber Bienenstiche haben ja
auch eine heilende Wirkung. Sie
können bei so mancher Erkran-
kung helfen. Ich bekomm die „Bie-
nenstichtherapie“ also gratis! Ein
Bekannter, der eine Bienenallergie
hatte, hat sich durch Bienenstiche
selbst immunisiert (ist aber nicht
zu empfehlen), weil es für Allergi-
ker lebensgefährlich sein kann.
Ich kenn das von Luca, Levin und
Nic ole.
Was sind die größten
Herausforderungen als Imker?
Ronald: Im Frühjahr, wenn die Na-
tur in vo ller Blüte steht, entwickeln
sich auch die V ölker recht schnell
und dann setzt oft der "Schwarm-
trieb" ein. Als Imker will man dieses
"Sc hwä rmen" meist verhindern, da
man den Schwarm w ieder einfan-
gen und "aufpäppeln" muss. Das
Kontrollieren der Schwarmzellen im
Frühjahr ist relat iv zeitaufwendig,
aber auch die heute leid er zwin-
gend erforderliche "Milbenbehand-
lung" ist immer spannend.
Manu el: Bei der Imkerei ist man
der Natur ausgesetzt. Das Wetter
im Frühsommer s pielt eine große
Rolle und auf dieses kann – Gott
sei Dank – der Mensch keinen Ein-
fluss nehmen. Der Honigertrag ist
ja nicht das Wichtigste. Das Wich-
tigste für mich ist die B ienen zu er-
h alten und einen Beitrag zur Öko-
logie zu leis ten. Bis jetzt hatte ich
großes Glück mit meinen B ienen-
s töcken. Und eine alte Imkerweis-
heit sagt: „Bienen sind perfekt, der
Fehler steht hinter dem Kasten“.
Heißt?
Manuel: Dass der Imker die „Feh-
ler“ macht.
Und
welchen Tipp hast du für
Gartenfreunde, die die Bienen
unterstützen wollen?
Ronald: Neben ganz vielen Aspek-
ten betreffend U mwelt, aber auch
für B ienen und Insekten generell, ist
es sehr wichtig keinerl ei Gifte im
Garten / in der Natur einzusetzen.
Ich pflanze sehr viele Kräuter in un-
seren Garten (Wildthymian, Boh-
nenkraut, Salb ei, Rosmarin, Schnitt-
lauch, Laven del,. ..), diese mögen
nicht nur die Bienen gerne son dern
auch der Imker (lacht). Generell
finde ich es sehr wichtig, dass Gär-
ten aber auch Bauten (Privat- und
Firmengebäude) durch eine Vielfalt
an heimischen Sträuc hern (z.B.
Strauchrosen, Heckenrosen ) und
Blumen bepflanzt und nicht nur
"steril" beg rünt werden.
Manuel: Ich bin ein Freund von
nicht gemähtem Rasen (spart auch
Zeit) und wilden (H)ecken im Gar-
ten. Eine Streue w iese (wird nur ein-
mal im Jahr gemäht) ist auf Grund
der Ar tenvielfa lt bes onders wert-
voll. Für die Bienen sind auch spät-
blühende Pflanzen sehr wichtig,
damit sie noch Na hrung für den
Winter einbringen kön nen.