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Büchere i
Gastkommentar:
KleinWien
Wie eine Bibliothek ihre Gemeinde erzählt
Anfan g Juli erreichte mich eine Nachrich t aus Doren im Bregen-
zerwald. Sie erzählte mir von einem Team, das gemeinsam mit
der Gemeinde ein neues Projekt ins Leben ruft. Eine Bibliothek
soll es werden. Aber eine, die auch zum Verweilen und zum Ge-
spr äch einlädt. Der Name des Projekts l autet KleinWien. Ich weiß
nich t, was ich spa nnender fand. Dass da Menschen mit He rzblut
und viel Engagement eine eigene Bibliothek a ufbauen oder die
Frage, was Wien denn wohl mit Doren zu tun haben könn te.
Ich durfte schlauer werden. Ich erfuhr , dass es früher einen
Pfa rrer in Doren gab, der großen Wert dar auf legte, dass die
Me nschen seinen Gottesdienst in ihrer besten Kleidung besuch-
ten. Dies er ‚schicke Umstand‘ bra chte Doren schließlich den
Namen KleinWien ein. Ich gratuliere dem verantwortlichen Team
zu diese m Namen für ihre neue Bib liothek, denn er erzähl t die
Gemeinde und ihre Identität. Noch bevor KleinWien im Novem-
ber seine Türen offiziell öffnen und zu einem Ort werden wird, an
dem sich Mensch und Buch nicht nur treffen, sondern begegnen
werden, hat es damit schon begonnen, sich tief in die Gemeinde
einzuschreiben. Die Liebe zu den Büchern, zu den AutorInnen
und LeserInnen und vor allen Dingen zu den Me nschen muss
groß sein in D oren. Denn eine Bibliothek baut sich nicht über
Nacht. Es braucht viel Begeisterung, Zeit und Ausdauer, damit
am Ende ein Kraftor t entstehen kann, für die Literatur und für
alle, die sich auf das Abenteue r einlassen möchten, sich von ihr
berühren zu lassen.
Ich bin immer wieder beeindruckt von den über 90 Bib liotheken
Vorarlbergs und den Me nschen, die in ihnen arbeiten. Jeder von
ihnen ist wer tvoller Motor dieser dyn amischen Literaturlandschaft
und trägt dazu bei, dass das Lesen Teil unseres Alltags bleibt.
Das Projekt KleinWien zeigt ein mal mehr wie viel Engagement
und auch Überraschung in unserer Bibliothekenlandschaft steck t.
Der neue Ort, der sich als Raum mit Wiener Kaffeehausatmo-
sphä re für die Literatur und den Dialog öffnet, wird nicht nur
Doren bereichern, sondern auch der V ora rlberger Literaturland-
schaft eine weitere einzigartige und wert volle Facette hinzufügen.
Ich wünsche KleinWien und seinen ErfinderInnen kluge Beglei-
terInnen, die dem Projekt Wege ebnen und Türen ö ffnen sowie
kleine und große Menschen, junge und ältere, die in KleinWien
ein- und ausgehen und es mit Leben f üllen.
Frauke Kühn
literatur:vorarlberg netzwerk
Viele Hände sorgen für einen raschen Bauablauf
Auch an die Kleinsten wurde gedacht
Ein eigener Kinderbereich entsteht, der einen Rückzugsort
bietet und trotzdem gut einsehbar ist. In dieser eigenen
kleinen „Bücherwelt“ kann die Neugierde der Kinder an
Büchern geweckt werden, während Mama, Papa, Oma oder
Opa die Möglichkeit haben, selbst ein wenig zu schmökern.
Dazu bieten sich vor allem auch die Zeitschriften an. 16
Zeitschriften stehen allen Besuchern zur Verfügung, natürlich
auch zum Ausleihen. Die Bandbreite ist recht groß. Zeitschrif-
ten für Kinder, Kochbegeisterte, Gartenliebhaber, junge
Eltern, Wirtschaftsinteressierte, Frauen usw. bieten sicher
Jedem passenden und interessanten Lesestoff.
Auch unsere Crowdfunding Aktion war ein Erfolg.
Die 100 Prozent sind bereits überschritten, was bedeutet,
dass die gespendeten 5.000 Euro eins zu eins der Bücherei
und damit allen Mitgliedern zu Gute kommen.
Auch der Bücherflohmarkt bei „Doren genießt“ und in der
folgenden Woche hat einiges an Spendengeldern einge-
bracht. Es freut uns, dass viele von euch etwas für sich
entdeckt und uns unterstützt haben.
Bereits zum Vormerken!
Unsere Eröffnung findet am Sonntag,
11. November 2018 statt.
Genauere Infos folgen.