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Full text : Das Kapuzinerkloster in Bludenz

Un term 15. Jänner 1816 s chlug das Gub ernium dem Provinzial nochmals
 vor, einen sechsten Pater nach Bludenz zu geben, die Antwort lautet,
daß dies ganz u ndurchführ bar sei. Auf das hin ve rordnete das Gubernium
u nterm 22. Feber d. J., daß dem Kloster B ludenz wenigstens der Titel
„ Guardianat“ zu belassen sei. Noch bevor die Blud enzer von dieser Verfügun
 g Kenntnis erhielten, machten Pfarrer und Gemeindeausschuß nochmals
 eine Eingab e an den Provinzial, worin sie die Rückversetzung des
nach Eppan berufenen P. Maurus forde rten und mit neuerlicher Eingabe
an die Regieru ng dro hten. In seiner Antwort beklagte sich der Provi nzial
über diese beständige Einmischung der Gemeinden und doch hätten die
Bludenzer keinen Anlaß zur K lage. Er ließ den P. Maur us in Eppan und
nahm noch einen Pater von Bludenz weg. Er erklärte das K loster für eins tcv
 eilen als „Hospiz“, auf Befeh l der Regierung jedoch mußte der Obere
den Titel „Guardian “ führen. 1821 sank die Zahl der hiesigen Pa tres auf
drei herab. 1822, am 13. Mai, wurde von der Stadt wied erum ein Versuc h
gemacht, eine Erhöhung des P ersona lstan des zu erreichen; es kon nte trotz
besten Wille ns nicht e ntsproch en werden. Erst ab 1828 vermeh rte sich langsam
 wieder die Zahl der Patres (Flür, Gesch. 612—617).

Seels orgli che Tätigkeit der Bludenzer Kapuziner

Von der eif rigen see lsorgl ichen Tätigkeit der Bludenzer Pa tres gibt uns
ein Bild, gewissermaßen eine Stic h probe, ein offizieller B ericht über die
Jahre 1771—74 (Flür, Gesch. 426 f). Hiernach wurd en von ihnen in dieser
 Zeit Beichten a ufgenommen 46,177, eine Pers on wurde von Häresie
absolv ie rt, 498 Predigten und 39 Katedies en ge halten, 50 Sterbenden priesterlicher
 Beistand geleistet. — In ihrer Klosterkirche be sorgten und besor
 gen sie noch außer dem klös terlichen Ordinari-Gottesdienst zur Bequemlichk
 eit der Bevölkerung noch andere. So übernahm das K loster über
Wunsch des St adtm agistra tes 1779 die tägliche 9-Uhr-Mes s e an Werktagen
und die 10-Uhr-Messe an Sonn- und F eiert agen, auch an den abges chafften
 Feiertagen, in der Klosterkir c he. Als Bludenz in neuerer Zeit immer
mehr Fabrikstadt wurde und der Mess ebe such an Wer ktagen nachli eß,
wurde die 9-Uhr-Mes s e aufgelassen; die sonntägliche 10-Uhr-Messe jedoch
wurd e, sow eit sie in der Pfarre nicht anderwärts gelesen wur de, in der
Klos ter kirche wie der besorgt. Die werkt ä gliche 9-Uhr-Mes se wurde erst
in der N achkriegszeit wieder eingeführt.

Schon von An fang an, wenigstens ab 1651, be sorgten die hiesigen Patres
die Sonn- und Festtags-Predigten in der Pfarr kirche. Erst seit 1785 wurden
 die Festtagspredigten dem Dreifaltigkeits-Benefiziaten übertragen. In
der Ad vents- und Fastenzeit sowie an Mutter-Gottes-Festen hielten die
Patres in der Kl os terkirche nachmittags eigene Predigten. Die Fastenpredigten
 und die Drittordens-Unterweisungen werden heute noch gehalten.
Im weitschichtigen Klosterbezirk le isten die Patres seit jeher die gewünschten
 seelsorglichen Aushilfen, wie sie auch in der hi esigen Pfar re ebe nso
tätig sind, so besonders über Ersuchen des Pfarramtes durch Krank enpr ovisione
 n „außerhalb des Städtle“. Das Portiunkula-Fest war schon in der
ersten Zeit des Klosterbestandes — es wurde damals und noch späte r immer
 am 2. August selbst gehalt en, erst seit 1786 am ersten August-Sonntag
— der größte Konkurstag. Es kamen damal s die Leute proz essionsw eise 19
            
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