Das Kapuzinerklos t er in Blu denz
(Quellen und Literatur: Als Quellenmaterial k ommen vor allem in Be tracht die
Urkunden und Akten des Blud. K loste rarchiv s, 16 Fasz ., sodann Akten der Provinzialarchiven
M. M. Cap in Luzern und Innsbruck, weiters die „Monimenta “
oder die Bludenzer Klosterchronik (Guardianbuch), ferner die einschlägigen Akten
im Stadtarc hi v Bludenz und im Vogteiamts-, Herrschafts- oder Sternbadischen Arch.
B lud., let ztere im Landesar ch., A btlg. Ge istl. Akten, Nr. 29. Erschö pfen d behandelt
liegt die topogr.-histor. Beschreibung des hi esigen Klosters vor, in der Arbeit
des Klosterchronisten und bekannt en Lokalgesch iditsforsche rs P. Isidor Flür O.
M. Cap., geb. 1862 zu Tarrenz bei Imst, „G esch. d. Kap.-Klost. zu Bludenz“,
Manu skr. 692 S., Prov. - Arch. Innsbruck. — Material bietet ferner: P. Peter
Zierler O. M. Cap., Provinzchronist: „Namensliste aller Kapuziner aus Vorarl
berg in der Schweizer, vorderösterreichischen und Tiroler Provinz samt kur zem
Lebensabriß“, MS im P r o vinz.-Arch.).
Literatur: P. Rom uald von Stockach O. M. Cap.: Historia provinciae anter
ioris Austriae fratrum Minor. Capuc., Kempten 1747. — Chronica provinciae
Helveticae S. F rancisci Capucinorum, Solothurn 1884. Die Schweiz. Kapuziner
Provi nz, ihr Werden und Wirken, von D. Dr. M agnus Künzle, Benzige r Einsiedeln
1928. — Austria sacra — Gesch . der ganzen Welt — und K lösterlichen
Klerisey beiderlei Geschlechtes (österreichische Hierarchie und Mon asteri ologie) .
Aus den Sammlungen von Jos. Wendt von Wendtenthal, öst err. Hofk anzleiOffizial,
hg. von P. Mari an d. Ref. Ord. d. Augustiner Wien 1780, Bd. I und
II. — P. Joh. Bapt. Baur O. M. Cap.: Beiträg e zur Chronik d. vorde röster r.
Kapu z. Provinz von 1744 bis zu ihrer Auflösung, Versuch einer Fortsetzung der
Historia provinciae von P. Romuald, in Freiburg, Diözes.-Archiv 1883. — P.
Agap it Hohenegger O. M. Cap. und P. Peter Zierler O. M. Cap.: Gesch . der
Kapu z. Ord. Provinz 1593 — 1893, 2. Bde. (1913 und 1 915). 2. Bde. bes. S 72
bis 79 (üb. d. vier älteren Klöster im Lan de). — Kurze Übersicht über die Gründung
und hervorragendere Mitglied er des hies. Klos t. — A. Ulmer: Die Klöster
und Niederlassungen in Vlbg. einst und jetzt (1926), S. 55 — 57.
Die Anfän ge des Bludenzer Kloster s (1644 bis 16S1)
Die vier älteren Kapuzinerklöster des Landes waren alle Gründungen der
ersten deutschen Kapuziner-Provinz, nämlich der schweizerisch-vorländischen
Provinz: es sind dies das Kloster in Feldkirch, gegr. 1605; in Bregenz,
gegr. 1636; Bludenz 1645; Bezau 1655. Das Bludenzer Kl oster stand
also mit den and ern drei von Anfang an, von 1645 bis 1668 unter dem
schweizerischen Prov inzi alat, Sitz Luzern. Als die Schweizer Provinz 1668
gete ilt wu rde, kamen die Blu denzer und die anderen inländischen Klöster
zur vorderöste r reic his chen Provinz, mit Sitz des Provinzials in Konstanz.
Als diese 1781 über V eranlassung Kais er Josef II. neuerli ch geteilt wurde
in eine vor der öster reichi sch e und in eine schwäbisc he, verblieben unsere
Kl öster bei der erstgenannten Provinz. Als aber 1783 die josefinische Regierung
die Orde nsprovi nz-Gre nze n nach den Landesgrenzen zu regu lieren
wünschte und Vorarlberg nunmehr adminis trati v mit Tirol verein igt
wurde, erfo lgte hinsichtl ich unserer Klöster eine neuerliche Provinzzuteilung,
indem sie 1783 der (Nord-)Tiroler Pro vinz einverleibt wurden. Die
politisc he Auseinan derreißun g Tirols durch den Aus gang des Weltkrieges
mac hte 1919 eine Teilung der Tiroler Provinz nötig in die Nordtiroler und
in die Br ixener Provinz, die 1928 am 30. März erfolgte, und verb lieben
sonach unsere K löster bei der erstgenannten Provinz.