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Full text : Das Kapuzinerkloster in Bludenz

greifen möchten —. Ebenso sollte n ächstens mit einer Abordnung des Klosters
 wegen des Baubeginns und der an deren Fr agen das nötige b esprochen
 werden. Gefertigt ist das Schreiben vom Vogteiverwalter von Ramschwag,
 den A bgeor dneten aus der Stadt und den Herrschaften Blude nz,
Sonnenberg und Montafon, also von den drei Orte n. Über Anregung des
P. Fulgenz richteten die Petenten unter 9. Sept. 1644 auch an das Provinzkapit
 el in Luzern eine Bittschrift um die Errichtung eines Klosters in
Bluden z. Unter der Bedi ngung, daß der P. General des Ord ens damit
einverstanden, er hielten sie von Luzer n die Zusic herun g. Auf warme Befürwortung
 des Provinzkapitels hin bewilligte P. General, P. Innozenz
von Caltagirone — ein heilig m äßiger Mann, der von 1634 bis 1650 den
Orden lei tete —, den Klosterbau in Blude nz mit Schreiben dd. Massapia,
7. Dez. 1644.

Inzwischen waren aber auch Bludenzer Freunde der PP. Reformaten
in Innsbruck zu deren Gu nsten nicht untät ig gewesen; es entspann sich
ein mehrfacher Bri efwechsel zwischen B ludenz und Innsbruch. Die Franziskaner
 erklär ten sich bereit, alle Unkosten, auch die Baukos ten, selbst zu
übernehmen, die andernfalls bei Aufnahme der Kapuziner die drei Ständ e
zu übernehmen gehabt hätten. Es kam auf das hin im Stadtrat zu einer
neuen Abstimmung, wobei die Mehrzahl der Ratsherren für Franziskaner
und nur ihrer drei für die Kapuziner stimmten. Diese letzteren waren
Joh. Adam Salomon, Bürgermeister, Konrad Zürc her und Joh. Jakob Kolp,
erzherzoglicher Zolleinnehmer. Kolp war seinerzeit 1622 österreichischer
Wa ches oldat gewese n, der bei der letzten Predigt des hl. Fid elis in Grüsch
am 24. April d. J. mit noch einem Bludenzer Soldaten, Jakob Fluer, anwesend,
 auch Zeuge seines Martyriums war und dann von den B ündnern
gefangengenommen wurde; im Seligsprechungsprozeß des hl. Fidelis tritt
er wiederholt als Hauptzeuge auf (Ferd. v. Scala : Der hl. Fidel is, 1896,
S. 273 und 277).

Auf die Nachricht von dieser merkwürdigen Abstimmung der Ratsherren
 eilte der Stadtpfarrer Leon hard Clessin, der die Kapuziner sehr
hoch einschätzte, in den Rat und hielt den versammelten Stadtvätern vor,
wie undank bar und schändlich es wäre, jetzt, nachdem man schon 40 Jahre
hindurch die geistlichen Dienste der Kapuziner genoss en und ihnen schon
die Zusage des Klosterbaues gemacht, das Ve rsprechen zu b rechen und
an dere Religiösen einführen zu wollen. Diese Vorstellungen wirkten. Eine
nochmalig e Abstimmun g ergab die einstimmi g e Stellungnahme für die
Kapuziner. Der Stadtpfarrer ben ac hric htigte hievon das Kloster Feldkirch
und es erschien von dort P. Stanislaus in Bluden z, der nam ens des Ordens
die v orläufige Annahmeerklärung ab gab. Die definitive zustimmende
Entsche idung fällte das Prov i nzkapitel auf der Tagu ng in Solothu rn am
5. Mai 1645. Zuvor hatte der Stadtrat noch an die Provinzvorstehung
ein E inl adungss chreiben ergehen lassen, auf daß man ehestmög l ich mit
dem Bau begi nnen möc hte. Mittels Schrei ben vom 31. Mai 1645 erbat der
Provinzial P. Sebastian von Bero ldingen aus Uri die Genehmigung der Niederlassung
 und des Klosterbaues in Bludenz vom zust änd igen Bischo f Johann
 VI. Flugi v. Aspermo nt in Chur. Er trug zugleich die Bitte mündlich
beim Bi schof in Chur vor. Dieser erteilte mit Reskript vom 31. Mai d. J.
gerne die Bewil ligu ng. Die landesfür stliche Regierung in Innsbruck, die
vom Vogteiverwalter v. Ramschwag über den Stand der Sache benachrich- 3
            
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