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Full text : Ein großer Trost in schwerer Zeit. Festrede auf die Seligsprechungsfeier des seligen Papstes Eugenius III. am 8. Juli 1874 in der Stiftskirche zu Wettingen-Mehrerau

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ziert , heben wir nur eine Tug end hervor; jene Tugend,
welche ihm von seinem Geisteslehrer, dem heil. Bernard, vor
allen anbern empfohlen worden ; — jene Tug end, welche die
Seele und ben Grundzug seines Lebens und Strebens ansmacht;
 jene Tugend, welche für jeden Christen das Fun dament
 und die Hüterin aller andern Tugenden ist: es ist die
Demuth.

Was ist Demut h? Der heil. Bernard antwortet uns:
Das Wesen der Demuth besteh t darin, daß
wir uns dem gö ttlichen Wi llen untermersen.
Und in der That ist unser Erlöser das hö chste Vorbild der
Demuth dadu rch geworden, daß er in Unterw erfung unter
den Willen des Vaters sich selbs t erniedrigte, Knechtsgestalt
annahm und gehorsam ward bis zum Tode, ja bis zum Tod
am Kreuze, (Phil. 2, 7 u. 8.) Wer immer Chris to ähnlich
werden will, er kann es nur durch die Nachahmung seiner
Demuth.

Der selige Eugenius hat dies en Weg der Nachf olge
Jesu eingeschlagen, ohne ihn jema ls zu verlassen. Es war
eine Wirku ng seiner Demuth, daß er der ehrenvollen Stelle
in Pisa entsagte unb ein Schüler des demüthigen Bernard
werden wo llte. Der Meister stellte den Jünger auf die Probe,
indem er dem ehemaligen Do mherrn auftrug , die Oefen des
Klosters zu heizen. Ungleich schwer er war die Probe, als der
Selige durch Gottes Zulassung in Rom der Gegenstand ehrenrühriger
 Reden und die Ziel sche ibe des Spott es wurde .
Der demüthige Abt bestand auf dieser Probe. Sein Blick
blieb auf denjenigen geheftet, welcher nicht wieder schalt, als
er gescholten wurde , nicht drohte, da er litt, sondern sich dem
überließ, der ihn u ngerecht verurtheilte. (I. Petr. 2, 23.) —
Gott will es, daß ich ge demüthigt werde:
sein Wille geschehe. — Als er aber durch die Erwählung
 zum P apste zur höchsten Wi irde erhoben worden , fieng
da vielleich die Demuth des Seli gen zu wank en an? Der Der
            
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