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uns zu jedem guten W erke. Daher pre ist der Psalmist selig
den Mann, wel cher das Ges etz des Herrn Tag und Nacht
betrachtet, und vergleicht ihn mit dem Baume an Wasserbäche
gepflanzt, der seine Frucht gibt zu seiner Zeit. (Ps. 1, 3.)
Auch wir, in Ch risto Geliebte! werden die kostbare Fruch t
der Demuth unb jeglicher Tugend hervorbringen, wenn wir
nach dem Vorbilde des selige n Eugenius fleiß ig erwägen , was
über uns, was um uns, was unter uns. Ueber uns ist
der unendlich erhabene, allheilige Gott. Was sind wir vor
ihm, als Staub und Asche? Was haben wir, das wir nicht
von ihm empfangen hätt en? Ist nicht jeder Selbstruhm ein
Gottesraub, da ihm allein die Ehre gebührt? — II m uns
ist der Beruf unb Wirkungskreis, den uns die Vo rsehung
angewiesen hat, damit wir d essen Pflichten erfül len; um uns
die Mitmenschen — bie Vorge setzte n, welche wir als Stellvertreter
Gottes ehren, — Angehörige und Untergeb ene, welche
wir durch Worte und Beispiel zum Guten leiten, durch getreue
Obhut vor Gefah ren s chützen soll en; um uns die Eitelkei
ten der Welt, verführerische Mensc hen und verlockende Gel
e genheiten, gegen welc he es eine un ablä ssige Wachsamkeit bedarf.
Wie vielfältig unb schwer sind die Pflichten , wie groß
unb mannigfach die Gefahren — und wir so schwach und
zum Bösen geneigt! Unter uns endlich ist der A bgrund
der Sünde und des Ver der bens, in we lchen wir rettungslos
versinken, wenn Go ttes Gnadenlicht uns nicht leuchtet, wenn
Go ttes Hand uns nicht leitet und vor dem Sturz e bewahrt.
Wer kann diese Betrachtungen anstellen, ohne zur demüthigen
Kenntniß seiner Arm seligkeit zu gelangen? Ja, der
Hinblick auf das erhabene Ziel, zu bem wir berufen sind und
das Bewußtsein unserer Schwä che und Ohnmacht müßte uns
darnieder drücken , wenn nicht dasselbe dickst des Glaubens
uns die trostvolle Gewißheit gäbe, daß ber in seiner Majestät
furchtbare Gott zugleich unser liebreichster gütigste Vater
ist, durch dessen Gnade wir Alles vermögen, auch das Schwerste.