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Full text : Heimatliche Untersuchungen Clunia

— 122 —

Es existiert aber noch ein anderes altes Schriftstück
aus dem Ende des oiert en Jahrhunderts n. Chr., bas Jtinerar
 um Antonini (Antonins Reisebuch) , bas aber obige
(Ent fe rnung nur mit 50 Mil. angibt unb bie zwischen­Statione
 n llagia unb Clu nia nicht mehr anführt.

3ch frage nun, erg eben sich nicht aus diesen Dokumenten
 2 wichtige Folgerungen, nämlich, daß magia unb
Clunia wohl noch im Jahre 230, aber nicht mehr gegen
bas Ende bes vierten Jahrhunderts bestanden haben, unb
weiters, daß in die ser Zwischenzeit auch irg end eine Abänderung
 resp. Derkürzung ber bisherigen Straßenrichtung
 eingetreten sein muß; benn biefe zwei auf ber ganzen
Strecke zwischen Curia unb Brigantium allein bestandenen
 Hwischenstationen konnten in bem späteren Reisewerke
Antonins, wenn sie noch vorhanden gewese n wären, unmöglich
 überga ngen werden, um so weniger, als gera be
d ieses letztere Reis ewerk gar ni chts anderes enthielt als
bie Alufzählu ng ber an ben Römerstraszen gelegenen Orte
mit ihren (Entfernungen; noch wäre es weiter s erklärlich,
wie obige (Ent fe rnung zw ischen (Euria unb Brigantium
von 51 Iil. auf 50 herabgesunken, sich also jetzt plötlich
 um 1 mil. verringert haben soll.

Die Hufklärung beiber Tatsachen bürste sich aus
llachstehendem ergeben.

Schon im Jahre 259 nach (Ehr. bega nnen ja bie Einfälle
 ber A lemanen in bie römische P rovinz Hhätia, zu
ber unser Land gehört e, bie sich bis zum gänzlichen Unte rgange
 ber Rönerherrschaft in Rh ätien beinahe alljährlich
wiederholten.

Alemanen ist ber Rame eines ber deutschen Stämme,
oie sich aus ver wandten Dölkerschaften bilbeten, sie sel bst
nannten sich Suevi.

Cäsar, ber bie Sueven zuerst erwähnt, erzählt, daß
ihr zwi schen Blain unb ber Donau gelegenes Sand 100
Gaue umfaßte, in benen sie ohne feste Wohnsitze lebt en
unb daß alljährlich ein Ceil ber Bevölkerung auf Krieg
ausziehe. Rach dieser Schi lderu ng waren sie also ein
wildes, unstäres, räuberisches Dolk.

So eroberten unb verheerten sie unter anberem im
Jahre 264 auf einem ihrer Kriegs- unb Raubzüge bie
Hauptstadt Don helvetien mit 6 0.000 Einwohnern, bas
reich e Aventicum. In ber Folge zogen sie mit and eren
Stämme n nach Süddeutschland.
            
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