— 11 —
Die Sarazenen im frankenreich.
Liu dprand, seit 956 am Hoflager Dttos 1., seit
961 Bischof von Cremona, verfaßte zwisch en 958 und
962 ein unvollendet gebliebenes Werk in 6 Büchern, das
er „Antapodosis" (d. i. Buch der Vergel t ung) ben annte.
Es ist eine wichtige Quell e für viele Ereignisse ber Geschichte
Italiens, des byzantinischen unb deutschen Reiches
von 890 bis 950. Die S chrift ist bem Bischof Recemund
von Elvir a in Spani en gewidmet, ben Liudprand 956
am königlichen Hofe zu Frankfurt als Abgesandten des
Chalifen Abd-ar-Rahman III. kennen gelernt hatte. Sm
ersten Buche seine s Werkes berietet Liudprand gelegentlich
auch von ber Niederlassung räuberischet Sarazenen
in Garde-Frainet an ber Grenze Italiens unb ber $tovence.
Wir erfahren durch ihn f olgendes:
„Nach bem u nerf orschliche n Ratschlusse Gottes geschab
es, daß um bas Jahr 891 zwanzig Sarazenen,
bie in einem kleinen Fahrzeuge von der spanischen
Rüste abgesegelt ware n, wiber ihren Willen vom Winb
nach bem Golf von St. Trope3 (Hafenstadt in ber Provence
in Güdfrankre i ch zwisch en Toul on unb Nizza) vers
schlagen wu rben. Sie lande n dort nach Seeräuberart
bei näc htlicher Weile, schleichen sich in ben Flecken ein,
ermorben, o Jammer, bie christlichen Bewohner, bemächtigen
jidh bes Ortes unb richten ben baran itosenden Verg
Maurus zu einer Festung ein, um daselbst vor ben
Eingriffen ber Umwohn er sich er zu fein. Damit aber bas
dor nige Gebüsch, womit ber Verg beset zt ist, 3u ihrem
Schut ze noch höher unb dichter we rbe, bedrohen sie einen
Jed en, ber auch nur Einen Zweig davon abschneiden
würbe, mit bem Tode durch bas Schwert. So verschwanden
alle Zugänge bis auf einen ein zigen, sehr engen
Pfad. Dieser Platz, ben sie Fraxinetum heiz en
(Garde-Frainet bei Freyes im Dep art ement Var am 2*