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Wie schon frü her erwä hnt, sind im h eutigen Wall is
hoch sehr viele Benennungen vorhanden, welche alle auf
bie Sarazenenzurücgeführt werden. Im dortigen
Rhonetal stehen noch zahlreiche Ruinen von alten
Burg en, Schlössern, Türmen, Hö hlen unb Brücken, wel che
im Volke seinen ander n Namen führen als Heidenbu rg.
He idenschloß, He id enturm, Heidenhöhl e, Heidenbrücke. Ja
sogar eine Sorte Wein, welche bie Sarazenen in Wall is
einführten, unb ber in ben bortigen Weinbergen wäc hst,
wirb heute noch „Heidenwein“ ge nannt.
In Göfis stehen Ruinen einer alten Burg, welche
als bie Weberreste ber ehemaligen römischen Clunia 1)
angesehen unb durch lange Jahrhunderte vom Volke
„Hei denburg “ genannt werben. Wenn nun ber
Name „Heidenburg" einen Sinn haben soll, so muß bie
Burg wenigstens eine Zeit lang von ben „Heiden" besetzt
gewesen sein.
Die Saraz enen waren Muhammedaner unb galten
als Heide n, gegen bie bie ganze Christenheit in ben Kreuzzügen
kämpfte. Wir halten für möglic h, daß bie Sarazenen,
welc he sich zwischen 936 bis 957 in ben Vorarlberg
sehr nabe gelegenen Schweizerbergen aufhielten, vom
li nken Rheinuf er aufs recht e zog en, ben altb ekann ten
Römerplatz G öfis, bas Kloster Tube ris auf ber Clunia
einnahmen, hier in diesem nach allen Se iten hin
ges chützten Platz sich einige Zeit niederl ießzen, Streifzüge
un ter nahmen unb zuletzt bei ihrem Fortziehen alles verbrannten.
Nach ihrem Abzuge wurbe bie Burg, beeinflußzt
durch ben Schrecken, ben bie Sarazenen hin terließen,
oom christlichen Volke „Heidenburg" genannt. Anders
läßt sich eben nach bem Beispie le ber Burgen in Wa llis
bie Benennung „Heidenburg“ bei Göfis nicht erklären,
außer man müßte bis auf bie Völkerwanderung, bas ist
bis auf ben Einfall ber Alemannen in V orarlb erg,
welche nach un serem Begrif fe Heiden waren, z urückgeh en.
1) Siehe meine Abhaudtung „Slun ia“, Feldfirc) 1918.