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Full text: Hundert Jahre F. M. Hämmerle. 1836 bis 1936

Aufgabe war die Oberleitung der Fabrik im Steinebach mit allen anderen Webereien, Färbereien und 
Veredlungsanstalten. An der Seite seines Vaters Otto Hämmerle, der ibn bald selbständig arbeiten 
ließ, führte er von 1906 bis zu dessen Tode 1916 jene umfangreichen Ulmgestaltungen durch, die durch 
die rasch sic vergrößernden Webereien in allen Vorwerken und Veredlungsbetrieben nötig geworben 
Waren. Während des Krieges Würbe er zur Oberleitung des Betriebes ber Kriegslieferung ber Firma 
beurlaubt, unb es gelang ihm, mit ben wenigen Hilfskräften, die noch in ber Heimat Waren, ben ganzen 
Betrieb ohne gänzliche Unterbrechung während ber vier Kriegsjahre aufrechtzuerhalten unb über bie 
Zeit ber Geldentwertung hinüberzuretten. 
In ber Vorarlberger Papiergarnindustrie War er Geschäftsführer neben Julius Rhomberg. Dem In­ 
dustriellenverband gehört Martin Hämmerle feit feiner Gründung im Jahre 1902 als Vorstandsmit­ 
glied an, derzeit als erster Vizepräsident. 1920 in bie Vorarlberger Handelskammer gewählt, Würbe 
er nach bem Tode Karl Ganahls des jüngeren Vorsitzender ber Industriesektion ber Kammer unb deren 
Vizepräsident. 
Martin Hämmerle ist feit 1900 vermählt mit Silvia Lorenzoni-Rhomberg aus Dornbirn. Ihrer Ehe 
entftammen brei Söhne unb zwei Sölter. 
Die Oberleitung über beide Spinnereien beforgt Norbert Hämmerle, ber brüte Sohn Ottos, 
geboren 1878. Nac bem Studium an ber Realschule unb Technischen Hochschule in München absol­ 
vierte er bas Textiltechnikum in Reutlingen, worauf er bei ber Firma Gaßner & Co. in Liverpool unb 
New Orleans praktizierte unb anschließend Gelegenheit nahm, sich im englischen unb amerikanischen 
Industriebezirk in allen größeren Werken spinnereitechnische Kenntnisse anzueignen. Er trat 1906 ins 
Geschäft ein. 
Norbert Hämmerle rückte im Mai 1915 als Oberleutnant unb Bataillonsadjutant des Stand­ 
schützenbataillons Dornbirn an bie Dolomitenfront ein. Seine größte Aufgabe, aber auch seine größte 
Sorge War bie Bekämpfung ber Naturgewalten ber III. Ständige Aufschotterungen bedrohten ben 
Bestand ber großen Wasserkraftanlage ber Spinnerei Gisingen. Jahrelange Verhandlungen mit 
anberen Wasserrechtsbesitzern, bie verheerenden Hochwässer von 1910 unb 1922 unb schlieslic bie 
Behebung ber unsicheren Zustände durch ben Bau bes Verbindungskanals stellten schwere Aufgaben. 
Erst in ben letzten Jahren brachte bie großzügig vom Bund unb Land durchgeführte Illverbauung sichere 
Verhältnisse, so baß nun bas Hauptaugenmerk auf bie innere Umgestaltung ber Spinnerei gerichtet 
werben konnte. Norbert Hämmerle vermählte sich 1908 mit Dora Rüsch, einer Mochtet bes Maschinen­ 
Fabrikanten Ignaz Rüsch in Dornbirn. 
Arthur Hämmerle, ber vierte Sohn Ottos, geboren 1890, besuchte die Realschule unb bie Export­ 
akademie in Wien. Seine kaufmännischen Kenntnisse erweiterte er in Hamburg unb in Paris, von wo 
er gerabe noch vor ber Kriegserklärung in bie Heimat zurückehren tonnte, um an bie Front nac Ruß- 50
	        
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