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Full text : 100 Jahre Stella Matutina. 1856-1956

brüder Mayer in Altenstadt. Die Orgel fand die belobende Anerkennung
des Domkapellmeisters Dr. Widmann, der sie eingehend prüfte. Die alte
Orgel, die einst P. Link angeschafft und die 30 Jahre ihren Dienst getan
hatte, kam in die Kirche von Gisingen.

Der neue Hochaltar wurde ein Jahr später in der Weihnachtsmesse
 von P. Karl Schaeffer, Provinzial, zum erstenmal benützt. Er bestand
aus zwei Teilen, dem Baldachin und dem Altar selbst. Der auf vier Säulen
ruhende Baldachin aus Holz war in hellem Marmor gehalten, so daß man
kaum den Unterschied zwischen dem echten Marmor des Altares und dem
nachgeahmten des Baldachins bemerkte. Die Perle der Kapelle blieb der
Altar selbst. Die aus einer mächtigen Marmorplatte bestehende Mensa
wurde von zwei knienden, aus Alabaster gehauenen Engeln getragen;
unter der Mensa lag hinter einem geschmackvoll gearbeiteten Gitter aus
Schmiedeeisen die aus Wachs geformte Figur des Märtyrers Serapion.
Aus der Mensa erhob sich in der Mitte der Tabernakel, von einem Baldachin
 überwölbt, zu beiden Seiten die Leuchterbank und auf einem
Aufsatz die Darstellung der Brotvermehrung und der aus dem Felsen der
Wüste geschlagenen Wasserquelle. Alles war aus cararischem Marmor
gearbeitet und sämtliche Verzierungen waren in Kupfer getrieben und
feuervergoldet. Die Tabernakeltüre war außerdem mit ziselierter Arbeit
und Edelsteinen reich geschmückt, rechts und links standen zwei betende
Engel in Nischen, darüber die Kreuzigungsgruppe. Den Tabernakelbaldachin
 krönte ein Pelikan. Sämtliche Statuen sowie die beiden Reliefs,
die den Hintergrund des Altares bilden, waren getriebene Arbeit. Über
dem Ganzen schwebte ein Bild von Baumeister (München), das letzte
Abendmahl darstellend.

Für die Ausstattung der neuen Kapelle liefen in den Jahren 1898 bis
1902 und teilweise auch noch später reiche Spenden ein, meist von Eltern
von Stellanern und Altstellanern. Die Wertsumme betrug, soweit aufgezeichnet,
 über 84.000 Mark. Die beiden großen Seitenaltäre der Muttergottes
 und des heiligen Joseph stifteten Frau Virnich, Schwester des
P. Rektors Heinrich Haan, und Major Hagemeister, Vater eines Zöglings.
Frau Vonach, Mutter des Zöglings August Vonach, stiftete die Kanzel
und drei der kleineren Nebenaltäre, Fräulein Rosenlächer den Kreuzweg,
die Familie Vanvolxem, deren zehn Söhne alle in der Stella studierten,
das schmiedeeiserne Kommuniongitter, die Familien Innsbrucker Zöglinge
den großen Leuchter mit Osterkerze und die Gräfin Resseguier im Verein
mit Müttern österreichischer Zöglinge einen großen Teppich für das
Presbyterium.

Das Einzige, was noch an die alte Kapelle erinnerte, waren vier große
Gemälde der drei Jugendheiligen Aloisius, Johannes Berchmanns und
Stanislaus Kostka und des seligen Peter Faber; sie wurden über den vier
kleinen Nebenaltären angebracht, während die beiden hintersten Altäre
unter der Orgelempore das Herz-Jesu-Bild von Baumeister und das Bild
des hl. Ignatius erhielten. Im 50. Jubeljahr des Kollegs (1906) bekam auch
die Haus- und Kongregationskape11e ein neues Gewand: sie
wurde um einen Nebenraum vergrößert, mit Deckengemälden und mit 97
            
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