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Full text: 100 Jahre Stella Matutina. 1856-1956

Körper war abgehärtet und gewöhnt, eine glänzende Folge der Feldkircher 
körperlichen Erziehung. Tiefen Dank der Anstalt und ihren Lehrern! Jetzt, 
da jeder Atemzug der letzte sein kann, wird man tief mit Gott verbunden." 
Aus der Schwarmlinie der Russen schreibt ein anderer: „Betonen will ich 
meine tiefe Dankbarkeit gegen den lieben Gott, daß er mich meine Jugend 
in den geheiligten Mauern der Stella Matutina verbringen ließ, wo mir 
von den Patres der Grundstock gelegt wurde zu all jenen Eigenschaften 
und Tugenden, mit denen man allein diesen Schrecknissen entgegentreten 
kann." Auf das Titularfest der Kongregation schreibt ein Offizier am 
8. Dezember 1917: „In Schnee und Eis bei einem scharfen Ostwind wan­ 
derte ich am Tage unseres Titularfestes die Stellung entlang. Mit den 
Gedanken war ich in der trauten Kongregationskapelle, nahm im Geiste 
an der gemeinsamen Kommunion teil und um so inniger flehte ich zu 
meiner Herrin, da mich die Pflicht des Soldaten von der stillen Sodalen- 
messe wegrief . . . mit dem Schwur, auch fernerhin treu zur Fahne Mariens 
zu stehen." Es war der letzte Festgruß des Offiziers. 
Mitten in die Kriegsjahre fiel auch der Kaiserbesuch. Am Mor­ 
gen des 5. Juni 1917 traf der jugendliche Kaiser Karl mit seiner Gemahlin 
Zita in Feldkirch ein. Vor der Pfarrkirche, wo der hochw. Bischof Sigis­ 
mund Waitz mit Klerus und Behörden die Majestäten begrüßten, gingen 
diese zu Fuß durch die Reihen der Kinder, Schüler und des Volkes zur 
Stella Matutina. An der Pforte begrüßte P. Rektor Richard, von den Patres 
umgeben, das kaiserliche Paar; es folgte die Begrüßung durch die Zöglinge 
im Theatersaal und ein Gang durch die Räume des Kollegs. Als der Kaiser 
unter anderem auch die Frage stellte, wie es um die alten Zöglinge stehe, 
gab P. Rektor Bescheid und fügte bei: „Gott sei Dank dürfen wir sagen, 
daß die alten Zöglinge sich treu bewährt haben." Darauf erwiderte der 
Kaiser: „Das will ich gerne glauben. Wer ein religiöses Fundament hat 
und religiös bleibt, der stellt überall seinen Mann!" 
Der Schulbetrieb 
Im Schulbetrieb kam der Aufbau des österreichischen Gymnasiums 
nach dem staatlichen Lehrplan zur Vollendung. Im Schuljahre 1891/92 
waren die Klassen des Untergymnasiums alle mit staatlich geprüften Lehr­ 
kräften besetzt, und der Landesschulinspektor von Innsbruck, Herr Chri­ 
stian Schneller, zu dessen Amtsbereich damals auch die Vorarlberger 
Mittelschulen gehörten, unterzog den Unterricht zweimal einer eingehen­ 
den Inspektion. Er tat es ebenso gründlich wie wohlwollend. Auf 
seine Berichte hin erfolgte durch hohen Ministerialerlaß vom 27. Februar 
1892, Zahl 1610, die Verleihung des Öffentlichkeitsrechtes für das Privat- 
Untergymnasium unter Voraussetzung der Erfüllung der gesetzlichen 
Bedingungen auf die Dauer von drei Jahren. Jahr um Jahr kam nun der 
Inspektor zur Besichtigung auch der nachfolgenden Klassen. Am 24. Januar 
1895 wurde das Öffentlichkeitsrecht auf die 7., am 10. Januar 1896 auf die 
8. Klasse ausgedehnt mit dem Recht, Maturitätsprüfungen mit den ein­ 
geschriebenen internen Schülern abzuhalten und ihnen staatsgiltige 109
	        
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