Pächter geführt wurde, moderner eingerichtet; sie mahlte fortan das vom
Kolleg angekaufte Getreide und sicherte damit neben Ersparnis auch eine
bessere Qualität.
Andere Ausgaben waren nötig geworden, Im gleichen Jahre baute die
Stadt eine U fermauer an der 111 vom Neubau abwärts. Dazu sollte das
Kolleg als Besitzer eines Stückes des Uferstreifens billigerweise beitragen,
und die Stadtbehörde war entgegenkommend mit einem 5prozentigen
Beitrag (4275 S) zufrieden. Im Jahre darauf (1927) raste am 20. November
ein außergewöhnlich starker Föhnsturm über Feldkirch hinweg. Er riß das
Eisenblechdach des Neubaues zur Hälfte weg und schleuderte es in die III
hinab, ein Schaden von ca. 10.000 Schilling. Bedauernswerter war noch, daß
bei der Instandsetzung des Daches am 15. März 1928 zwei Arbeiter von
der Höhe herabstürzten und kurz darauf starben. Sie waren freilich vom
leitenden Bruder wegen ihrer Unvorsichtigkeit gewarnt und gemahnt worden,
sich zu sichern.
Im Theatersaal war der Fußboden aus Xylolith durch die beiden 111-überschwemmungen
der Jahre 1910 und 1918 stark beschädigt worden.
Nun erhielt der Saal im Jahre 1928/29 einen Hartholzboden; in den beiden
großen Schlafsälen des Hochbaues wurde Parkettboden gelegt, ebenso in
den Klassenzimmern, in denen die Riemenböden aus Tannenholz durch
30 Jahre den Schuhen der Buben standgehalten hatten. Die Klassenzimmer
erhielten frischen Anstrich, in verschiedener Tönung, damit auch die Farbe
dem aufgerückten Schüler die höhere Stufe zum Bewußtsein bringe. Alle
Studiensäle bekamen stärkeres Licht genau nach den Normen, wie es der
erfahrene Augenarzt bestimmt hatte. Die Spielsäle der drei unteren Abteilungen
erhöhten ihre Gemütlichkeit durch eine ringsum angebrachte
Täfelung.
Für die große Zahl der Zöglinge reichten auch die Musikzimmer
(Einzelunterricht) nicht mehr aus. Um dem abzuhelfen, baute man in das
nebenanliegende Studium der II. Abteilung acht neue Zimmer ein und verlegte
das Studium in den Hochbau, indem man vom großen Schlafsaal
einen Teil abtrennte.
Als Turnsaal hatte bisher der Theatersaal gedient. Jetzt war er durch
den Ausbau des deutschen Gymnasiums auf neun Klassen noch mehr mit
Turnstunden belegt. Außerdem mußte ein Spielsaal im Gymnasialbau für
die neuen Klassen freigemacht werden. Das führte zu dem Plan, in einem
eigenen Gebäude Spielsäle und Turnhalle unterzubringen. Der Bau
sollte sich in einem geringen Abstand von 13 m an das Gymnasium in
gleicher Längsrichtung an der 111 anschließen. Am 20. März 1929 ward der
erste Spatenstich getan. Die ausgehobenen Erdmassen rollten auf einer
Kleinbahn ostwärts am Dienerhaus vorbei und dienten als Füllung am
Illufer. Bei der Ankunft der Zöglinge im September war der Bau fertig und
die Spielsäle beziehbar, Mitte Oktober auch die Turnhalle montiert. Der
Bau bildete ein Rechteck von 35X14 m, die Höhe beträgt 16.35 m, wovon
2.65 m auf den Keller, 4.50 m auf das Parterre und 7 m auf die Turnhalle
im ersten Stock, der Rest auf das Dach kam. Im Parterre lagen drei große
Spielsäle und eine ganz mit weißen und grünen Mettlacherplättchen be 131