VORGESCHICHTE
Als die ersten Gefährten des hl. Ignatius von Loyola im Spätherbst
.des Jahres 1536 ihre Reise von Paris nach Italien (Venedig) unternahmen,
führte sie ihr Weg, wie geschichtlich ziemlich sicher feststeht, durch das
Rheintal und den Walgau über den Arlbergpaß nach Tirol. Darüber gilbt
uns auch ein altes Bild Kunde, das P. Schurhammer, der eifrige Erforscher
der Fahrten eines hl. Franz Xaver, in seinem Buche „Leben des hl. Franz
Xaver in Bildern" wiedergibt. Das vierte unter den 28 Bildern zeigt uns
das mittelalterliche Stadtbild von Feldkirch nach der Cosmographia des
Sebastian Münster und trägt den Titel „Die Wallfahrt (1536) ". Eine Gruppe
von Pilgern, vier davon im Vordergrund, schauen auf das Stadttor hin.
Es ist das Heuertor. Links davon erhebt sich der wuchtige runde Katzen
turm, weiter links der schlanke Spitzturm der St.-Nikolaus-Pfarrkirche,
zwischen beiden blickt der Frauenturm durch und ganz am Rande das
Türmchen des Rathauses und der Johanneskirche; alles überragt die
trutzige Schattenburg. Das war die früheste Begegnung der Jesuiten mit
der Stadt Feldkirch.
Ein gutes Jahrhundert später, gegen Ende des Dreißigjährigen Krie
ges, bemühte sich ein Kirchenfürst, der Fürstbischof von Chur, zu dessen
Bereich das Vorarlberger Oberland damals gehörte, um ein Kolleg der
selben Ordensleute für Feldkirch. Aber dem löblichen Stadtrat bangte
wegen der Kosten: Die Stadt vermöge weder einen Bauplatz zu stellen,
noch die Kosten zu tragen. Es waren ja auch böse Zeiten: Zu Anfang 1647
hatte der Schwede Bregenz eingenommen und stand am 18. Jänner vor
den Toren Feldkirchs. Erst als der westfälische Friede Ruhe ins Land
gebracht hatte, konnte der Wunsch des Fürstbischofs verwirklicht werden.
Zunächst erhielt die Stadt eine Missionsstation von zwei Patres (1649),
aber schon das folgende Jahr brachte die gewünschte Schule mit acht
Klassen; sie zählte bereits im Jahre 1652 150 Schüler. Bald erwarben die
Jesuiten auch ein eigenes Heim, das sogenannte Huebhaus, das sich unmit
telbar an die Pfarrkirche anschloß. Das Schulgebäude lag in der Neustadt.
Nun waren die Stadtväter auch bereit, aus verschiedenen frommen Stiftun
gen eine Beihilfe zu leisten. Das Kolleg blühte auf, man konnte zu den
acht Klassen noch Philosophie und Moral hinzufügen. Wohl fehlte es auch
nicht an Heimsuchungen: als im Jahre 1697 eine furchtbare Feuersbrunst
den größten Teil der Stadt, 150 Häuser, vernichtete, fiel ihr auch das
Schulgebäude zum Opfer, und der Unterricht mußte zwei Jahre lang im
großen Siechenhaus zu Levis gehalten werden. Das Jahr 1726 brachte
eine verheerende Ill-Überschwemmung über die Stadt und das Reichen