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Full text: 100 Jahre Stella Matutina. 1856-1956

mit Backofen und den nötigen Nebenräumen (Metzgerei, Vorratskellern) 
eingebaut. Ein Aufzug beförderte die Speisen ins Parterre, in dem alle 
Speisesäle lagen. Im I. und II. Stock waren sämtliche Klassenzimmer, ein 
Studiensaal (IV. Abteilung) und die Zimmer des P. Rektors und des P. 
Direktors, sowie des P. Generalpräfekten. Darüber waren die Schlafsäle 
zweier Abteilungen. Umgebaut wurde das frühere wissenschaftliche 
Museum, indem es ein Mittelgang in zwei Hälften teilte, so daß auf der 
Illseite die Hausbibliothek, auf der Gartenseite vier größere Zimmer 
(Patreszimmer, Konferenzzimmer, Direktion und ein Lehrmittelzimmer) 
lagen. Am Ostende richtete man die Krankenabteilung mit drei Kranken­ 
sälen, Schwester- und Arztzimmer und Bad ein. Die naturwissenschaftlichen 
Sammlungen stellte man teils in den Klassenzimmern auf, teils verwahrte 
man sie vorläufig hinter der Theaterbühne. Im Parterre der Turnhalle 
waren bereits Zimmer eingebaut, die nun, mit geringer Veränderung, für 
den Pförtner und die Verwaltung, als Sprech- und Wäschezimmer dienten. 
Denn der Zugang zur Stella Matutina führte fortan von der Franz-Joseph- 
Brücke her der III entlang. Dort begrüßte seit dem Jahre 1954 die Statue 
der Unbefleckten Gottesmutter über der Pforte wie ehedem alle, die Einlaß 
in die Stella Matutina begehrten. Im Studienf1üge1 rechts der 111 
wurden die drei Säle im Parterre und I. Stock als Studiensäle eingerichtet, 
die Einzelzimmer in den anderen Stockwerken dienten als Studier- oder 
als Schlafzimmer für je drei oder vier Buben. Dazu kamen die Waschräume, 
eine Kongregationskapelle, im Dachstock ein Schlafsaal für die Kleinsten 
und eine Wäschekammer. Die Musikzimmer wurden ins Dienerhaus 
verlegt. Die Patres Professoren endlich bezogen als Wohnung das etwa 
sieben Minuten entfernte Haus von Reichenfeld. Dieses Haus mit 
dem dazugehörigen Besitz erstattete Herr Alois Hoch gemäß interner 
Abmachung freiwillig nach dem 3. Rückstellungsgesetz am 7. März 1949 
zurück, so daß das Gut wieder auf das Kolleg übertragen werden konnte. 
Aller Anfang ist schwer. Das galt bei der Stella Matutina vor allem 
nach der wirtschaftlichen Seite hin. Während der ersten sieben 
Jahre, als das Kolleg im Exerzitienhaus war, mußte so ziemlich alles an 
Hausrat, wie Betten, Möbel für Studiensäle und Klassen und Speisesaal, 
Jahr um Jahr für die zunehmende Zahl der Buben neu beschafft werden. 
Denn der frühere Hausrat war in den Kriegsjahren, in denen das Haus 
als Lazarett gedient hatte, zum größten Teil aufgebraucht worden, anderes 
verschwunden. Die Einnahmen aus der Pension waren bei der geringen 
Zöglingszahl sehr bescheiden und im Vergleich zu den steigenden Kosten 
der Waren und der Löhne gering gehalten: nur S 250.— monatlich. Erst 
1950 wagte man notgedrungen auf S 350.— zu erhöhen, im folgenden 
Schuljahre auf S 450.—, 1952/53 auf S 600.— (= 100 Frs.) und 1954 auf 
S 800.—. 
Zwei Brände verschlimmerten die Notlage des Kollegs. Am 
11. Februar 1950 brannte das Okonomiegebäude von Garina bis auf die 
Stallmauern völlig nieder und mußte sogleich wieder aufgebaut werden. 
Der erlittene Schaden belief sich, bei der geringen Versicherung der 168
	        
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