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Full text : 100 Jahre Stella Matutina. 1856-1956

für uns war und wie sie uns half, alles Schwere leichter zu ertragen. Ich
segne die Zeit meiner Stellajahre, möchte sie nie in meinen Erinnerungen
missen und werde sie nie vergessen." Das Wiederaufleben der Stellatradition
 fand auch dadurch eine wilkommene Förderung, daß sehr bald die
Verbindung mit den A1tste11anern in der Welt neu aufgenommen
wurde. In der Zwischenzeit hatten nur die Schweizer Altstellaner ihre
Freiheit benützen können und sich öfters getroffen, so bereits am 13. November
 1938 auf einer Tagung in Zürich und später in drei weiteren
Treffen (1942, 1945, 1947). Achtmal erschien ein Rundbrief, von Dr. Hans
von Vivis vorzüglich redigiert. Als dann die Stella im Exerzitienhaus
eröffnet worden war, fanden sich bald Altstellaner ein, um die Erinnerung
an ihre vor 50, 40, 25 oder zehn Jahren abgelegte Matura zu feiern; es.
ergingen öfters von P. Rektor Einladungen zu einem Treffen im Kolleg
an die Altstellaner aus Vorarlberg und der benachbarten Schweiz. Die
treue und im Leben bewährte Anhänglichkeit dieser Männer trug nicht
wenig dazu bei, die aktive Stellageneration in gleichem Geiste zu bestärken
 und den Wert der Stellaerziehung erkennen zu lassen. Für die Lehrer
und Erzieher aber war es ein Antrieb, im Sinne der Vorväter am Neuaufbau
 der Anstalt weiter zu schaffen.

Um die Verbindung von alt und jung zu pflegen, feierten auch die
Hefte „Aus der Stella Matutina" ihre Auferstehung. Auf das
Hochfest des Kollegs, den 8. Dezember 1947, sandte P. Georg Straßenberger
ein bescheidenes Blättchen von acht Seiten hinaus, seit 1948 folgten die
Stellahefte, in reicherer Ausstattung und bald auch wieder mit Bildern,
zweimal jährlich, im November und im Mai. Sie berichteten vom Aufbau
und vom Leben im Kolleg, aber auch vieles vom Schicksal der Altstellaner
und ihrem Zusammenschluß in den verschiedenen Ländern, wie er sich
unter dem Zug der europäischen Einigung vollzog. Die Gruppen Deutschlands
 schlossen sich unter der tatkräftigen Initiative des Herrn Dr. Will
Sassen mit den Altschülern der anderen deutschen Jesuitenkollegien zur
„Stellavereinigung Deutschlands“ zusammen. Ähnliches geschah in der
Schweiz unter Führung des Herrn Dr. Eduard Seiler, andere Länder wie
Tirol und Vorarlberg folgten. In jüngster Zeit wurde die Fühlung mit den
Altschülern der Jesuitenkollegien anderer europäischer Länder aufgenommen.
 Am europäischen Kongreß der Jesuiten-Altschüler in Rom vom 3. bis
6. September 1954 war die Stella Matutina außer durch ihren P. Rektor
Franz X. Walker durch eine Anzahl Altstellaner, darunter aus Feldkirch
Direktor Karl Ammann und Primarius Dr. Karl Moosmann vertreten. Auf
diesem Kongreß wurde der „Europäische Bund der Altschüler der Gesellschaft
 Jesu" gegründet „auf der Grundlage der gemeinsamen Erziehung in
den Kollegien der Gesellschaft Jesu und geleitet durch den christlichen
Glauben als der Grundlage der Zivilisation“ (Entschließung). Der Bund umschloß
 die nationalen Vereinigungen der acht Länder Belgien, Deutschland,
Frankreich, Holland, Italien, Österreich, Schweiz und Spanien.

Den Höhepunkt der Tagung bildete die päpstliche Audienz. Der Heilige
Vater Pius XIL empfing die Teilnehmer des Kongresses in Castel Gandolfo 174
            
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