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Full text : Bundesgymnasium Feldkirch 1649-1949

errichten. Am 6. 3. 1649 kamen die zwei Patres Eisenreich
 und Weidenhover nach Feldkirch, um als erste
Lehrer den Unterricht am neuen Gymnasium zu übernehmen.
 Am 7. 4. 1649 wurde die neue Schule mit 21
Schülern eröffnet. Am 24. i. 1650 waren es bereits 124
Schüler. Zunächst wurden die vier unteren Klassen des
Gymnasiums errichtet.

Im Jahre 1652 erhielt der Aufbau des Gymnasiums
seinen Abschluß durch Einführung der zwei höheren Klassen
 der Rhetorik und der Humanität (Poesie). Die Schule
umfaßte demnach folgende 6 Klassen: Vorbereitungsklasse,
drei Grammatikalklassen (Infima, Media, Suprema classis),
 Rhetorik und Poesie. Eereits im nächsten Jahre wurden
 2 philosophische Kurse hinzugefügt mit Logik (Dialektik)
 und Physik. Hiedurch erhielt die Anstalt den Charakter
 eines Lyzeums, also einer Mittelstufe zwischen Gymnasium
 und Hochschule. Seit etwa 1660 wurden in Feldkirch
 auch Moraltheologie (Kasuistik) und Kontroverse
(Apologetik) gelehrt; als dann im Jahre 1763, also etwa
100 Jahre später, noch Vorlesungen über Kirchenrecht dazukamen,
 umfaßte die ganze Anstalt 9 Jahrgänge, nämlich
 6 Gymnasialkurse, die zwei philosophischen Kurse
Logik und Physik und den Kurs für Moraltheologie mit
Kontroverse und Kirchenrecht. Dieser stufenweise Ausbau
sowie die an anderer Stelle beschriebene Steigerung der
Schülerzahl lassen erkennen, daß das Wirken der Jesuiten
als Schulmänner in Feldkirch sehr erfolgreich gewesen
ist. Nicht nur aus Feldkirch und der näheren Umgebung,
sondern aus dem ganzen Lande Vorarlberg und aus Tirol
sowie aus den benachbarten schweizerischen Kantonen, besonders
 aus Graubünden, kamen die jungen Leute än das
Gymnasium. Eine alte Chronik meldet aus 1672, daß die
Zahl der Ausländer am Feldkircher Gymnasium größer
sei als die der Einheimischen. Zahlreich war der Adel vertreten,
 doch auch Söhne ärmerer Eltern studierten in Feldkirch
 und genossen verschiedene Stipendien. Aus dieser
Zeit verdient das Feldkircher Schultheater Erwähnung, das
zu einem nicht geringen Teil dazu beitrug, den guten Ruf
der Feldkircher Schule zu festigen. A. Ludewig hat in 6
            
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