den Begriff des Klassenlehrers, während die Bayern das
System der Fachlehrer hei sich eingeführt hatten. An der
Spitze der Anstalt stand seit 1778 ein Präfekt, welcher zu
nächst dem Herrschaftsvogt, später dem Kreis- und Ober
amt m Bregenz unterstand. Einer dieser Präfekten war der
Exbenediktiner von Mehrerau Pater Meinrad Merkle, der
Herausgeber des von Franz Josef Weizenegger verfaßten
lokalgeschichtlichen Werkes ,A o arlberg“, gestorben 1846.
Aon Merkle wurde auch ein größerer Teil der schon er
wähnten Historia Gymnasii abgefaßt, u. zw. der über die
Zeit von 1806 bis 1839/40. Aus dem Schuljahr i8i5/i6
haben wir eine genaue Liste der Unterrichtsgegenstände.
Es sind dies Latein und Griechisch, Geschichte und Geo
graphie, Arithmetik, Algebra und Geometrie, Naturge
schichte und Physik, ferner Religionslehre, dazu Heimat
sprache, genannt lingua vernacula, Schönschreiben und
Gesang. Durch verschiedene Verordnungen wurde das
Feldkircher Gymnasium um diese Zeit einmal in seinem
Umfang beschränkt, indem es nur vier Klassen führen
durfte, dann gelang es wieder, den Umfang auf 8 Klassen
zu erweitern.
Den Unterricht erteilten um die Mitte des letzten
Jahrhunderts immer noch Weltgeistliche, erst nach i85o
finden wir einige weltliche Professoren. Unter den Reli
gionsprofessoren ist Franz Bole verzeichnet, der Verfasser
der geschichtlichen und statistischen Notizen aus dem
Jahr 1851.
III. Leitung des k.k. Staatsgymnasiums durch die Jesuiten
1856-68
lin Jahre 1814 war der im Jahre 1773 aufgehobene
Jesuitenorden durch Papst Pius VII. wiederhergestellt
worden. Nach der 1847 erfolgten Vertreibung der Jesuiten
aus der Schweiz sah sich dieser Orden nach neuen Mög
lichkeiten zur Errichtung von Schulen und Ordenshäusern
um. Der Gedanke, eine Anstalt in Feldkirch zu grün
den, lag nahe, da Feldkirch, sozusagen vor den Toren
der Schweiz gelegen, geeignet schien, auch Schüler aus der 9