fentlichungen verdanken wir Sander, Zösmair sogar über
zweihundert ! Umfang und Wert der Untersuchungen der
beiden Gelehrten sind in gleicher Weise beachtlich. So
verdienen sie es, daß man anläßlich der Dreihundertjahrfeier
des Feldkircher Gymnasiums aufs neue 3) ihrer in
Abhandlungen gedenkt.
2) A. Helbok verfaßte 1920 einen ausgezeichneten kurzen Nachruf
auf Hermann Sander unter dem Titel: „Hermann Sander, seine Werke
und sein Leben" (Vierteljahresschrift für Geschichte und Landeskunde
Vorarlbergs, IV. Jahrgang, Heft 1, Bregenz 1920). Diesen Aufsatz habe
ich für meine Abhandlung auch stellenweise herangezogen.
Hermann Sanders Todestag jährt sich heuer zum
dreißigsten Male. Er ist der ältere der beiden Männer, er
ist der Forscher, der im Gegensatz zu dem Tiroler Zösmair
sicli in seinen Schriften fast nur mit Vorarlberg, dem Land
seiner Vorfahren, befaßt. So will ich jetzt sein Werk eingehend
besprechen. Eine Studie über Zösmair soll später
nachfolgen.
Hermann Sander wurde am 8. Dezember 1840 in
Zell am Ziller (Tirol) geboren, ist aber der Sohn eines
Vorarlbergers aus dem Montafon. Rasch und ohne Schwierigkeiten
kam er im Leben vorwärts. Nach der Matura
stiebte er dem Lehrberufe zu, studierte in Innsbruck und
Wien einige Jahre Geschichte und Deutsch und wurde
schon als Dreiundzwanzigjähriger 1863 Supplent am Gymnasium
in Feldkirch. Sechzehn Jahre wirkte er an der
hiesigen Anstalt und seit 1879 noch dreißig Jahre als Direktor
der Oberrealschule in Innsbruck, eine auch damals
ungewöhnlicli lange Zeit. Im Ruhestande lebte er dann
noch über den Ersten Weltkrieg hinaus bis zum 7. März
1919. Ein Leben reich an Arbeit, aber auch an Erfolgen
und Anerkennung war damit zu Ende.
Fünfzig Jahre durfte der Rastlose der Wissenschaft
dienen. Fast alljährlich vollendete er ein neues Werk, oft
mehrere. Kürzere Aufsätze, Rezensionen wechselten mit
umfangreicheren Abhandlungen. Sanders Veröffentlichungen
sind auf verschiedene Zeitungen, Zeitschriften und ?6