geschlossen, vor allem des Altphilologen Johann Raphael
Khüeny, der nach vorübergehender Tätigkeit am Gymna-
sium in Innsbruck als Privatlehrer in Wien, insbesondere
m der Familie des Erzherzog Karl, wirkte. Außer mit
Khüeny, der immerhin in der Geschichte des österreichi
schen Geisteslebens des Vormärz Erwähnung verdient, hat
sicli Sander noch mit einer Anzahl anderer Bludenzer die
ser Zeit befaßt. Audi hier zeigt sidi wieder die alte
Neigung Sanders, bei einem Thema den kleinsten Einzel
heiten nachzuspüren. So hat Adolf Helbok vollkommen
recht, wenn er in seiner Abhandlung über Hermann San
der 40) sagt, daß diesen Persönlichkeiten ,.seine biographi
sche Neigung fast übergroße Mühe opfert".
10) Adolf Helbok. Hermann Sander, „Seine Werke und sein Le
ben", Vierteljahrsschrift f. Gesch. u. Landeskunde Vorarlbergs. 4. Jg.
1. Heft. Bregenz 1920, S. 4.
41) Erschienen im „Boten für Tirol und Vorarlberg“, Jahrgang
1887. S. A. Innsbruck 1887.
42) Erschienen im „Boten für Tirol und Vorarlberg", Jahrgang
1888. S. 1133.
Drei Jahrzehnte durfte Sander in Innsbruck eine
reiche wissenschaftliche Tätigkeit entfalten. Dabei zeich
nete er sidi nicht nur als Historiker, sondern aucli als
Germanist aus. *
Mehrere seiner Aufsätze verraten eine genaue Kennt
nis der Persönlichkeit und des Werkes des freisinnigen
Tiroler Dichters Hermann von Gilm. Sander begann mit
einer Untersuchung über ,,Hermann von Gilm in seinen
Beziehungen zu V orarlberg“.41) Hier zeigte er auf, daß Gilm
wohl in Tirol geboren wurde, daß aber seine Vorfahren
Vorarlberger gewesen waren und zu den ersten Familien
des Landes gehört liatten. Besonders horchen wir auf,
wenn uns Sander daran erinnert, daß der junge Gilm elf
Jahre in Vorarlberg verlebte und vom Schuljahr 1823/24
an einige Zeit die Unterstufe des Feldkircher Gymnasiums
besuchte, das damals vom Präfekten Meinrad Merkle ge
leitet wurde. Schon im folgenden Jahre brachte der „Bote
für Tirol und Vorarlberg" wieder einen Beitrag Sanders
zur Gilmforschung, seine Rezension über „Hermann von
Gilms Leben und Dichten von S. VI. Prem".49) Noch 43