zukommen, und im Jahre 1843/44 vermittelte er die bis
dahin erschienenen Bände der Wiener Jahrbücher der Literatur
(93).28)
Am Ende dieses ersten Entwicklungsabschnittes der
Gymnasialbücherei konnte der erste Geschichtsschreiber
der Anstalt, Johannes Bole, den Gesamtbestand mit 726
Werken in 1404 Bänden angeben. Der Verfassung der
Schule gemäß mußten, soweit eine Planung beim Erwerb
der Bücher überhaupt durchgeführt wurde, besonders die
Gebiete berücksichtigt werden, die im Mittelpunkt des
Schulbetriebes standen, also die altsprachlichen Fächer.
Die sehr reiche Ausstattung der Bücherei mit Ausgaben
lateinischer und griechischer Schriftsteller und älteren
Werken zur Altertumswissenschaft stammt also im wesentlichen
aus der ersten Hälfte des letzten Jahrliunderts.
Bole vermerkt jedoch, daß auch die deutsche Literatur,
Geographie und Geschichte nicht vernachlässigt wurden.
Bealwissenschaftliche Werke zu erwerben habe jedoch
erst die jüngst erfolgte Aufnahme von Physik und
Naturgeschichte in den Lehrplan nahegelegt.29) Eine systematische
und auch großzügige Ausstattung; der Bücherei
mit Werken aus allen Wissenschaftsgebieten brachte
denn auch erst der zweite Entwicklungsabschnitt, der
durch die Schulreformen nach 1848 eingeleitet wurde.
Die Neubelebung, die das Schulwesen seit der Mitte
des letzten Jahrhunderts im allgemeinen erfuhr, und die
Ausgestaltung der Feldkircher Schule im besonderen hat
sicli auch 1111 Aufbau der Gymnasialbibliothek ausgewirkt.
Als äußeres Zeichen für die Vertiefung des Schulbetriebes
ist es anzusehen, daß im Schuljahr 1850/51 an die
Stelle der bisherigen Jahresberichte, die lediglich Lehrerund
Schülerstand auswiesen, Programme traten, in denen
sich die jeweiligen Anstaltsleiter über die Grundlinien der
Ausbildung und Erziehung aussprachen, in denen die
28) Pr. F. 1851/52, 19.
29) Pr. F. 1851/52, 19. 56