wichtigsten Ereignisse aus der Schule dargelegt und vor
allem genaue Berichte über den Zustand und die Ausgestal
tung der Lehrmittelsammlungen gegeben wurden. Diese
Programme sind denn auch die einzige Quelle für die Ge
schichte der Bibliothek. Zwar kehrte man in den Jahren
1856—1868, in denen das Gymnasium wie
derum unter der Leitung der Jesuiten stand,
zur früheren Form der Jahresberichte zurück ; für
alle übrigen Jahre jedoch bis zum Ende des er
sten Weltkrieges geben die Programme genauen Aufschluß
über den Stand und Zuwachs der Bücherei: sie weisen
Titel und Herkunft der neueingestellten Bücher nach, ge
ben eine Würdigung der Arbeit der Bibliothekare, die seit
dem Jahre 1868 namentlich genannt werden, sie lassen
uns vor allem die Richtlinien erkennen, nach denen nun
die Bibliothek ausgestaltet wurde. Reichere Mittel, die aus
gelegentlichen besonderen Dotationen durch das Unter
richtsministerium und aus der Verwendung eines Teiles
der Aufnahmsgebühren stammten, setzten die Anstalt in
die Lage, in einem allerdings bescheidenen Maße die
Werke zu beschaffen, die mit der Ausgestaltung der Schule
selber als Unterrichtsbehelfe erforderlich wurden. 1851
wurde die Schule zu einem achtklassigen Gymnasium, von
1860—1903 bestand neben dem Gymnasium eine
Realschule, 1871 wurde die vierklassige Un-
terrealschule mit dem Gymnasium zu einem
Realgymnasium vereinigt, gleichzeitig wurde die Oberreal
schule gegründet. Die bedeutende Stellung, die mit diesen
Umgestaltungen der Schule besonders die realistischen Fä
cher und die modernen Sprachen erlangten, zwang dazu,
von der bisherigen unverkennbaren Bevorzugung der alt-
sprachlichen und geisteswissenschaftlichen Fächer abzu
gehen. Besonders die Programme vom Jahre 1869 an
machen deutlich, daß man versuchte, allen Fächern in
gleicher Weise bei den Neuanschaffungen gerecht zu wer
den.
Das rege Bemühen um eine gute Bibliothek, das sich
in den Programmen aussprach, fand denn auch beim bil-
dungsbeflissenen Geiste des Liberalismus Anklang und 57