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Afrita in englischen Besitz zu bringen förderten. Wir kommen
damit zur Darstellung, wie England den gegenwärtigen Weltkrieg unmittelbar
vorbereitete. Darüber das nächstemal. (Fortsetzung folgt.) (Dr.-S.-Dornbirn.)
Das Rote Kreuz und sein Gründer. (Schluß)
Nach der Schlacht bei Solferino (1869) hatte sich ein junger Schweizer, Dunant mit
Namen, im Verein mit einigen Frauen aus der Umgebung liebevoll bet Pflege ber
zahlreichen, ohne Hilfe daliegenden Verwundeten hingegeben.
Dieser junge Mann, Henry Dunant, würbe ber Gründer des Roten
Kreuzes. Er war im Jahre 1828 in Genf in ber Schweiz als Sohn
reicher Eltern geboren und erhielt eine tüchtige Erziehung und vielseitige,
gründliche Bildung und würbe Arzt. Auf den von Natur aus edelmütig
gesinnnten Mann machte das Weh unb bie Not vieler Menschen, benen er
bei feinen groszen Reisen begegnete, einen tiefen Eindruck. Aber er war nicht
einer von ben vielen, bie über ben Schmerz unb das Leid in ber Welt
jammern unb unter Tränen klagen: ich kann leider nicht helfen! fonbern
fein Sinn war immer ber, dem notleidenden, armen, hilflosen Mitmenschen
beizustehen, soviel in feinen Straften stand. Das Gebot des Evangeliums:
„Liebe beinen Nächsten wie dich selbst!" war ihm nicht ein toter Buchstabe
ober ein Gebot für anbere, fonbern er wollte dasselbe praktisch befolgen fein
Leben lang. Das war fein groszer Gedanke.
Als er nach bem Krimkriege (1854 56) von bem unglücklichen Lose
ber Verwundeten las unb bann selbst ba unb bort bie Soldaten Krüppel
betteln sah, ba hat fein Herz das Mitleid gepackt wie nie zuvor unb er fann
beftänbig nach, wie in einem Kriege in ausgiebiger Weise das Schicksal ber
Verwundeten gemildert werben tonnte. Als bann 1859 ber Krieg in Oberitalien
ausbrach, erbat er sich vom Militär-Kommando bie Erlaubnis, auf bas
Schlachtfeld gehen zu bürfen, um ben Verwundeten beizustehen, unb wie er das
mit Opfermut getan unb anbere dazu angeleitet, wurbe letztesmal kurz erzählt.
Auf bem Schlachtfeld von Solferino hatte er aber erst recht erkannt,
dasz bie Hilfe einzelner nicht viel ausrichten könne, daß vielmehr eine groszartige
Organisation notwendig fei, um wirklich etwas Bedeutendes leisten zu tonnen
für bie Opfer ber Schlacht. Deshalb kam er zum Entschlusse, nicht zu raften
unb zu ruhen, bis in allen Staaten ein Verein gegrünbet fei, ber
sich ben groszen Zweck setzen sollte, im Falle eines Krieges bie militärische
Sanitätspflege zu unterstützen unb bie Mittel hiezu unb bas nötige Personal
im Frieden vorzubereiten. Wie bie Staaten in ben Friedensjahren ihr
Militär ausbilden unb bie Magazine mit Kleidung, Waffen unb Munition
füllen, so sollte sich dieser Verein im Frieden rüsten, um bei Ausbruch eines
Krieges gleich hilfbereit zu fein unb möglichst viel Hilfe bringen zu fönnen.
Darum sollten alle nötigen Sachen für bie Kranken- unb Verwundetenpflege,
angefangen vom einfachen Medizinfläschchen bis zum gut auSgerüfteten Lazarett,
vorbereitet fein; vor allem sollten genügenb freiwillige Pfleger unb Pflegerinnen
in Friedenszeiten so geschult werben, dasz fie bie Verwundeten mit Erfolg
pflegen tonnten, denn bie militärische Sanitätsmannschaft unb ihre Spitäler
tonnen in groszen Kriegen, in welchen bie Verwundeten nach Hunderttausenden
zählen unb im ganzen Reiche verteilt werben müffen, niemals ausreichen.
Dunant wollte bann auch erreichen, daß in allen Staaten biefer Verein
Geltung bekomme unb berfelbe als neutral unb im Kriege unverletzlich