Wie wäre es,
wenn wir in unsern Vereinslokalen neben der großen Weltkriegskarte, die uns mit ihrem
Schmucke von Glufen und Fähnchen immer zeigt, wo unsere Helden stehen, auc noch eine
„Ehrentafel" anbringen würden. Eine Ehrentafel nämlich, am besten ans Karton, auf
der die Ramen sämtlicher Dereinsbrüder verzeichnet stehen, die fürs Vaterland kämpfen.
Reben den Namen käme die genaue Feldadresse, die eventuelle Verwundung, die Spital-
adresse, vielleicht der Heldentod oder die Auszeichnung. Diese Tafel würde uns stets an die
tapferen Helden erinnern, auch wäre fie gleichzeitig eine Adressentafel mit der steten
Mahnung, den Kameraden im Felde dann und wann ein Märtchen 311 schreiben, eine
Liebesgabe zu senden und vor allem ihrer in andächtigem Gebete nicht zu vergessen.
Wir könnten schließlich auch eine Büchse aufstellen mit der Aufschrift: Kriegssteuer!
Unsere Braven auf den fernen Schlachtfeldern setzen für uns Gesundheit und Leben aufs
Spiel und was für ein (Entgelt bringen mir ihnen dafür? Vermöglichere und auch weniger
Vermöglichere haben große Geldopfer gebracht für die Kriegsfürsorgezwecke, das Frauen-
geschlecht, jung und alt, arbeitet für die Wäscheversorgung der Soldaten, und was tun wir?
Wäre es z11 viel, das „Zebnerle", das du Sonntags fürs Bier ausgeben würdest,
in diese Kriegskasse 311 werfen und dafür daheim oder im Vereinslokal bei den andern 311
bleiben? Wäre es zu viel, das Geld, das du für Zigarren ober gar für vergiftende
Zigaretten binlegst, in diese Büchse fallen zu lassen und ebenfo bie paar Kreuzer, die
du beim Kegeln ober Jassen gewonnen hält? Mit diesem Sammelgelbe könntet ihr bann
von Zeit zu Zeit euren tapferen Vereinsbrüdern Liebesgaben ins Feld senden, Cabak und
Schokolade, wonach fie großes Verlangen tragen, befonbers auch Geitungen und aller band
Wriegsschriften (ber Präses weiß beten genug). Und wenn ber eine ober andere von den
eurigen schon anderweitig mit solchen Dingen versorgt wäre, bann gibt es gewiß sonst
einen armen Solbaten von euerer Gemeinde, bem niemand etwas schickt unb bem ihr mit
euerer Sendung eine unverhoffte Freude bereiten könnt. Copp, es gilt! Es ift ja für unsere
belden im Feld ober im Lazarett, ein Heines Opfer im Vergleich zu ihren Riesen
opfern; es ift eine wohlverdiente Busze für mich, weil gerabe Fastenzeit ift; es ift
eine Überwindung, baß ich ein freier Mann unb keiner Neigung Unecht werbe.
Für
Fern, ferne im Ojten da gähnt ein Grab,
Da senkt man zu taufend die Coten hinab
Für uns!
1m Süden da ragt manch Kreuz, schlicht und klein,
Da liegen sie stumm in langen Reih’n
Für uns!
Und wo im Winde rauschet das leer.
Da gaben sie freudig ihr Leben her
Für uns!
uns!
Sie opferten Zukunft und Jugendglück,
Sie kehren nie wieder zur heimat zurück
Für uns!
Sie gaben ihr alles, ihr Ceben, ihr Blut,
Sie gaben es bin mit heiligem mut
Für uns!
Und wir? Wir können nur weinen und beten,
Für [ie, die da liegen, bleich, blutig, zertreten
Für uns!
Denn es gibt kein Wort, für das Opfer zu danken
Und es gibt keinen Dank für fie, die da fanken
Für uns ! R. S.
Die Rätsel
ber letzten Hummer lösen sich, wie folgt: 1. Die Entfernung Chann—Bregenz beträgt 200 km.
Wählt ber Kanonenbonner bei durchschnittlicher Geschwindigkeit von 550 m in ber Sekunde
als Weg bie birefte Luftlinie, bann benötigt er von ben Vogesen bis in unsere Gegend
rund 10 Minuten. 2. Weltmacht Britannia, Astromenen Jock—Peter, Warschau,
Amen, Prinz Karneval, Biwak. 3. Banknote.
Richtige Lösungen brachte ein: Egon Gehrer (Zahlmeisters), Höchst.
Herausgeber und Redakteur: J. K. Hußbaumer, Börbranz.
Administration: Bregenz, Kaiserstrasze 53.
Preis, paketweise mit wenigstens 8 Exemplaren, 1 Krone, fonft K 1*60
Redaktionsschlus für Ur. 10 am 7. März 1915.
Druck von I. N. Teutsch in Bregenz.