Organ für die Vorarlberger Jugend,
insbesondere für Jugendvereine.
Nummer 16/17. Bregenz, 27. Juni 1915. II. Jahrgang.
Was ist nun mit „Jung-Vorarlberg" los?
Vicht inehr viel. Alls wir letzten herbst den 2. Jahrgang begannen, standen bereits
viele, die feine Abnehmer geworben wären, im Felde. Im Laufe ber Monate sind immer
mehr junge Männer jn den Waffen gerufen worben, besonders hat ber Abmarsch ber
Standschüitzen bie Reihen ber jungen Vorarlberger gelichtet; und bie letzte Mllusterung ber
18 Jährigen hat vollends bas kriegstaugliche Jungvolk zusammengelesen. Damit ift aber
auch unser Leserkreis ganz bedeutend zusammengeschmolzen. Durch
Werbearbeit aber diesen Verlust wettzumachen, geftattet bie gegenwärtige Zeit nicht. Daraus
ergibt sich mit finanzieller Notwendigkeit, daß bas Erscheinen bes Blättchens mit Schluß
biefes Jahrganges bis auf weiteres eingestellt werben muß. Alber wohlgemerkt, nur bis
auf weiteres. Aufgeschoben ift noch nicht aufgehoben. Wenn bann einmal unter dem
Spalte ber Friedensglocken unsere Krieger, an Ehren und an Taten reich, heimkehren, wenn
bann wieber allenthalben neues Leben und Streben im Ländle beginnt, bann wirb auch
„Jung Vorarlberg" aus feinem Schlafe erwachen unb bei feinen alten lieben Freunden
anklopfen. Run aber noch eine recht
dringende Bitte.
Allen jenen, bie mit ber Einzahlung des Bezugspreises noch im Rückstande
sind — unb es finb beren sehr viele — haben wir heute einen neuen Erlagschein beilegen
laffen, in bem ber fehlende Betrag bereits eingetragen ift. (Einen allenfallsigen Irrtum,
ber bei einem ober bem andern unterlaufen fein könnte, bitten wir giitigft zu entschuldigen.)
Da möchten wir nun alle biefe ohne Ausnahme dringendst ersuchen, die Schuld zu
begleichen in der allernächsten Zeit. Es wäre doch nicht recht, wenn jene, bie bem
Unternehmen ihre Namen geliehen haben, zu guter Letzt nun noch zu allen persönlichen
Opfern unb aller unentgeltlichen Arbeit einen vermeidlichen Schaden decken müsten.
Die Schriftleitung.
Gurren! Kombi Sien! (Weckruf aus Brunellenfranzls
Meine lieben jungen Freunde! Wenn ich so am Abend unter den alten
Buchen bei meiner Hütte sitz unb hinunterschau ins tiefe Tal, ba wirbeln
mir kunterbunt bie Gedanken durch ben alten Kopf, wie in einem Bilderbuch.
Du lieber Fimmel, was finb das nicht für Bilder, schaurig unb furchtbar.