Seite 8 „Jung-Vorarlberg" Nr. 6
Möge der Redeklub, das Fundament der Kongregation, noch recht lange
fortbestehen, blühen und Früchte bringen wie bisher.
Dornbirn, Jünglingskougregation. Die kampferprobte Fahne
Mariens hat in Dornbirn eine stattliche Anzahl von der Jungmannschaft um
sich vereinigt. An Mariä Empfängnis leisteten wieder 16 hoffnungsvolle
junge Burschen das Treugelöbnis auf diese Fahne. Darauf fand im Vereins-
haus ein glänzender Sodalenabend statt, der erste dieser Art in Dornbirn,
der Jung und Alt für die Ideale der Kongregation: Grundsatzfestigkeit,
Opferfreude, Sittenreinheit, Apostolat begeisterte. Am Weihnachtstage gaben
die „Dreizehner", das ist der Dreizehnlindenklub, der für Unterhaltung im
Verein forgt, eine urgelungene Christbaumfeier. Vorzügliches Streichorchester,
Gabenverlosung, zeitgemäsze Ansprache des hochw. Herrn Kaplans Gorbach,
Christbaumversteigerung, Gesang und Theater erfreuten Aug‘ und Ohr und
Herz. Und was den Schreiber am meisten freute, mar die Anwesenheit von
6 Militäristen, die beim Weihnachtsurlaub ihrer Kongregation die Ehre
gaben. Bravo! Nun geht’s mit vollen Segeln und frohem Hoffen hinein
ins 25. Vereinsjahr, ins Jubiläumsjahr.
Frastauz, Jugendhort. Zum erstenmal ist das Christkind auch
in unferem Jugendhort eingekehrt, hat jedem „Hörtler" etwas Schönes und
Nützliches unter den Baum gelegt. Für den nötigen Humor sorgten einige
luftige Deklamationen und Lieder. Wir wollten zuerst aus dem „Jungen
Vorarlberger" einige Lieder gemeinfam fingen, aber wie eS sich herausstellte,
würben dieselben teilweife 5, 6 unb mehrstimmig unb fo vielstimmige Lieder
sind für unS doch noch zu klompliziert für ben Anfang. Auch herrschten bie
Brummstimmen etwas zu viel vor. Wir lassen ben Gesang beSwegen aber
nicht ruhen. Mit her nötigen Auswahl von Stimmen unb Siebern werben
wir schon auf einen grünen Zweig kommen. — Allen Kameraden im Ländle
ein gutes Neujahr!
Bürs, Jugendbund „Nosenega". Sonntag, ben 21. Dezember
hatten wir erste regelrechte Monatsversammlung. Sämtliche wirklichen
Mitglieder waren anwefenb unb 10 Neuangemeldete, bie schon barauf warten,
bis fich auch ihnen bie Tore beS Vereines öffnen. Sämtliche Ausschusz-
mitglieder mit Ausnahme beS Obmannes, ber verhindert war, waren an-
wefenb. Nach einigen Irrfahrten erschien auc ber fleiszige Siegfrieb. Nach
Absingung beS „Ich hatt einen Kameraden" erklärte hochw. Herr Pfarrer
Thurnher bie „Satzungen" beS Vereines. Dann gab hochw. Herr Früh-
meffer Eszl bie „Hausordnung" bekannt; bei verschiedenen Punkten spitzten bie
Jungmannen bie Ohren, bie stramme Hausordnung geht ihnen halt schon
recht nahe. Nur brav einhalten! Nun kam wieber ber Humor zur Geltung.
Der gichtkranke, aber bann rasch geheilte Rentier Da Rin, ber schlanke unb
schlaue Agent Jäger, ber brollige Mansuet mit feinen 2 „gescheiten" Buben
Severin unb Julius, ber gefoppte Photograph Ferdinand, ber Bernardon
mit feinem Unglück, alles gelungene Figuren. Die Turner machten noch
prächtige Freiübungen. Der Kirchenchor beschloss in anerkennenswertester
Weise, bie Hälfte beS Reingewinnes feiner Christbaumfeier am 28. Dezember
bem Jugendbund zukommen zu lassen. Sehr lobens-, aber auch nachahmens-
wert. Heil ihm!
Redaktionsschlusz für Nr. 7 am 13. Jänner 1914.
Druck von I. N. Teutsch in Bregenz.