Seite 8 „Jung-Vorarlberg" Nr. 1
hören. — In der letzten Versammlung wurde unser nener Dizepräses Lochw. Herr Feuerstein
eingeführt. Gleich anschliessend daran führte er uns in kurzen, markanten Güigen die
Entstehungsgeschichte des jetzigen großen Krieges vor Augen.
Unser Mitglied w. Reef, der in letzter Zeit in Frankreich gearbeitet und sich dort
durc einen Sturz vom Gerüst schwere Verletzungen zugezogen hatte, ist dieser Tage 511
unserer aller Freude wohlbehalten und gesund zurückgekebrt.
Krumbach. (Burschenverein) Vom Sommer sollen wir berichten. Wir
wollen gleich ziemlich weit ausholen. 21. Juni: Fest unseres Vereinspatrons. In der
Früh stramm Generalkommunion mit Gesang und Vorbeten. Abends 1/,9 Uhr kirchliche
Versammlung mit kräftiger Ansprache des bittisauer Kaplans.
Die Mobilisierung entrisz uns nidt blos unsere Gewehre, sondern auch den Obmann,
Schriftführer und Massier.
In der Monatsversammlung im Juli hielt Mitglied Anton Fink einen Übungsvortrag:
„Die Reujahrsnacht eines Unglücklichen." Der Präses sprach iiber das Thema
des P. Elpidius.
Ich hatt‘ einen Kameraden.
Er war ein tüchtiger Junge, begeistert für alles Gute, gescheit und
schönheitsfreudig, und weil ihm alle zugetan waren, kam er ehrenvoll bis in
sein 25. Jahr. In treuen Blick, im Reden und Tun war er ein ganzer
Vorarlberger, ob seiner stattlichen Erscheinung jedoch auch im Schwabenland
bekannt, im Tirol und anderswo.
Da gesellte sich ein anderer zu ihm, ein junger Knirps mit Strubelkopf
und kecken Augen; der wollte aber extra springen, weil er öfter bei den
Leuten herumkommen wollte und allerlei Nütziges und Unnütziges zu tratschen
hatte. So waren die zwei. Der „Treue Kamerad" in seiner bekannten Art,
ernsthaft und gesetzt, und das „Jung Vorarlberg", das seit einem Jahr als
kleines Kronenblatt erschien und den aufblühenden Jugendbünden, Sodalitäten
und Jugendhorten das Bewusztein ihrer Zusammengehörigkeit und die Stoszkraft
der Einigkeit geben wollte.
Nun haben sie es sich überlegt, der junge Knirps und sein älterer
Kamerad, und weil sie herzlich gut miteinander auskamen, haben sie ausgemacht,
daßz sie ganz eins werden wollen, vereinigt im Programm und in der Herausgabe.
Der zweite Jahrgang „Jung Vorarlbergs" erscheint also zugleich als
Fortsetzung des „Treuen Kameraden", sein Preszausschusz besteht aus Lehrern
und Präsides zu gleichen Teilen; darum rechnet das Blättchen nicht bloß
mit der Treue seiner bisherigen Freunde, sondern hat auch ein Recht, die
Opferwilligkeit der „Treue Kamerad"leser zu erben.
Der kommende Jahrgang wird aus 18 Nummern bestehen. Der Preis
beträgt im Einzelversand K160, paketweise von 8 Exemplaren an nur 1 Krone.
Darum mehrere zusammenbestellen! Einer bestellt sofort mit einer Korrespondenzkarte
die gewünschte Anzahl bei: Administration „Jung Vorarlberg"
Bregenz, Kaiserstrasze 33.
Besonders ergeht an alle Mandatare, die bisher die Bestellung des
„Treuen Kameraden" besorgten, die herzliche Bitte, in Hinkunft auch für
„Jung Vorarlberg" die gleiche Mühewaltung auf sich zu nehmen und sich
für eine grosze Verbreitung des Blättchens einzusetzen.
------—«808--------Redaktionsschlusz
für Nr. 2 am 18. Oktober 1914.
Druck von J. N. Teutsch in Bregenz.