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Full text: Jung-Vorarlberg. Organ für die schulentlassene Jugend, insbesondere für Jugendvereine

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und wiehern, jetzt sind sie verschwunden im Rauch und Pulverdampf und 
durchbrechen die feindliche Front; da erheben die Hunderttausende ein furcht- 
bares Geschrei und stürmen vorwärts, nieten ist die Munition ausgegangen, 
drum greifen fie zum Gewehrkolben, eine Stunde bauert der Nahkampf, ba 
weicht ber Feind: bie Sieger rücken nach; tausende können nicht nachrücken, 
benn fie liegen falt unb tot auf bem Schlachtfeld; anbere finb verwundet 
unb schleppen sich nach rückwärts; unter einem zerschossenen Baume liegt 
ein braver Infanterist, bie Augen geschlossen, ber Atem schwer unb um bie 
Lippen zuckt es schmerzvoll; ba schmettern non fern bie Trompeten! Sieg, 
Sieg! ein Reiter schieszt vorüber, Sieg, Sieg! Der Infanterist schlägt bie 
Augen auf, ein eigentümliches Feuer blitzt aus denselben, er richtet sich auf 
unb faltet bie Hände unb leise, leife lispeln feine Lippen: Unb ich half mit, 
Gott, tausend Dank! Dann fällt er zurück und stirbt; so stirbt ber Held 
für’s Vaterland. — junges Alemannenblut, wie ift bir zumute? Zitterst 
unb schlotterst bu wie ein alter Gaul, wenn non Pulverdampf uub Kanonen- 
donner bie Rede geht? Unb wenn bir beine Kameraden einen Spielhahn 
auf ben Hut stecken, machst bu ein Gesicht, als ob bu faule Eier hinab- 
würgen unb gebratene Schuhnägel kauen müsztest? Unb klammerst bu 
dich jammernd an Cutters Schoszipfel unb weinst bu bir bie Kuglein blind, 
wenn dich ber Kaiser unter bie Waffen ruft? Freund, ich weisz eS ja, daß 
bu feiner non biefer Sorte bist, bafs Heldenblut durch beinen Leib rollt unb 
daß bu an stillen Abendstunden Vaters Gewehr heimlich von ber Wand 
herabnimmst unb mit Schieszen und Pulvern probierff unb es faft nicht 
erwarten kannst, bis unter ber Nase bas Schnäuzchen unb mit ihm bie 
Spieljahre kommen. 
Jetzt los aber unb spitz bie Ohren; ich hab im heiligsten Buch, bas 
wir besitzen, gelesen, daß jeder Christ ein Soldat Christi fei; wenn also dein 
Schnäuzchen noch lang nicht Miene macht, hervorzugucken, so bist bu doch 
schon ein Solbat; wie bu faum 24 Stunden alt gewesen bist, war Spieltag 
für dich, man hat dich zur Kirche getragen, ba hast du’s verspielt unb bist 
zur 250 millionenköpfigen Armee Christi rekrutiert, zu deutsch auserlesen worben, 
man hat bir zwar feinen Spielbahn auf ben Hut gesteckt unb heiser geschrien 
unb halbtot gesoffen hast bu dich auch nicht, aber dennoch ift eS fo, bu bist 
in selbiger Stunde ein Solbat geworden unb bie Mutter daheim hat fiel) 
riefig gefreut, dasz man ihr Büblein genommen hat. Die Einberufung unb 
zugleich bie Mobilmachung erfolgte aber erft, als bu zum Verstand gekommen 
bifi; ba bist bu aber sofort vor ben Feind gestellt worben; weiszt bu, welches 
ber Feind ift? Das finb bie erwachenden Leidenschaften, bie verführerischen 
Menschen, baS ift Satan, ber Menschenmörder von Anbeginn; „wir wissen, 
daß wir kämpfen müssen gegen bie Mächte ber Finsternis" ; jeder sündhafte 
Gedanke, ber durch beinen Kopf schieszt, jedes schlangenfalsche, aalglatte Wort 
aus bem Teufelsmund beS Verführers ift baS Zeichen zum Angriff: jedesmal 
handelt eS sich um eine gewaltige Entscheidung, jeber Sturz in bie schwere 
Sünde bedeutet für dich eine Niederlage, wie fie gröszer nicht gedacht werben 
fann unb ein bonnernber Siegesschrei geht durch bie Höllenschlünde; unb 
lieber Freund, am Ausgang biefeS Kampfes hängt bein ewiges Glück ober 
bein ewiger Untergang, Fimmel ober Hölle. Drum kämpfe täglid), 
stündlich wie ein Held!
	        
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