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Full text : Jung-Vorarlberg. Organ für die schulentlassene Jugend, insbesondere für Jugendvereine

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einer eigenen Musikkapelle für sich gewonnen haben. Der Feldwebel fei
ein ausgezeichneter AMusiker gewefen und es soll ihm auch gelungen fein,
eine ganz gute Kapelle zu schaffen, heute fei dieser ehemalige böhmische
ATlusikfeldwebel einer der ersten Würdenträger am montenegrinischen hofe
und habe eine vornehme Montenegrinerin geheiratet.

Gegen Mitternacht verlaffe ich das Restaurant.
Wie ich so durch die altertümlichen Straßzen von Cattaro wandle,
schweifen meine Gedanken zurück in vergangene Geiten.

Dort wo jetzt Dampfer ruhig vor Anker liegen, mögen einft die
Segel der orientalischen und römischen Handelsschiffe im Winde geflattert
haben. Wenn jetzt von Zeit zu Zeit das zischende Geräusch der Dampf
firenen die Cuft erfüllt und die Hommandorufe des Kapitäns an die Öhren
des Reisenden dringen, mag einft das Plätschern des Waffers vom Ruderschlage
 der Galeerensklaven erschallt und das eintönige Taktzählen des
Oberaufsehers der Sklaven ertönt haben. Manchmal mag wohl auch das
Klatschen der Ruten, mit welchen die armen Ruderer zu größerer Eile
angespornt wurden, vernehmbar gewefen fein.

Aber wo sind nun die Kaufleute des Weftens und Ostens, die sich
in ihrem Reichtum allmächtig und unsterblich deuchten, wo die alle Welt
bezwingenden römischen Krieger?

Verschwunden im Erden- und Zeitenschosze.
Nur alte Denfmäler und Reste von ihren Tempeln und Palästen
zeugen noch von ihrem einftigen Dafein; aber niemand erinnert sich mehr
an sie; nur der Geschichtsforscher, dessen Aufgabe es ift, die Taten und
Leistungen der Vergangenheit der Nachwelt zu überliefern; vielleicht denkt
auch manchmal ein Geschichte studierender Schüler an fie, aber höchstens mit
Verdruß, weil er Geschichte und Jahreszahlen fo genau lernen soll.

Das Einzige, was uns aus ihrer Zeit erhalten blieb, aber auch das
Schönste und heiligste, ift die christliche Religion, welche inzwischen zu einem
großen Baume herangewachsenift, dessen starke Aste in alle Weltteile hineinragen.

Während ich, in solchen Gedanken versunken, am Meeresstrand entlang
gehe, gleitet mein Blick über die Meeresbucht hin und auf die steil emporsteigenden
Berge der Boche di Cattaro. Wie einft vor Jahrtausenden strecken noch
heute die mit Schnee gefrönten Berge der Bocche ihre Häupter in den
dunklen Rachthimmel. Und das ewige ATleer läßzt durch das Anschlägen
der Wellen noch diefelben AMelodien ertönen, wie fie einft vor Jahrtausenden
erklungen fein mögen.

Inzwischen gelange ich zum Brasso. Die große unerträgliche Hitze
während des Tages hat auf mich ihre Wirfung ausgeübt und müde begehe
ich mich an Bord des Brasso, um in meiner gastlichen Kabine Ruhe zu
finden. Den Cameriere ersuche ich, mich am Morgen eine halbe Stunde
vor der Abfahrt zu wecken. Schlusz folgt.

Der Weltkrieg.

Den Lesern Jung-Vorarlbergs soll in ihrer schönen Zeitschrift in einer
Reihe geschichtlicher Aufsätze die Frage beantwortet werden, wie es denn zu
diesem gewaltigen, längft erwarteten und doch fo rasch ausgebrochenen Weltkriege
 gekommen ift. Es ift für uns Zeitgenossen des gewaltigsten Ringens,
            
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