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Kriegerbegräbnis. Martin Greif
Sie gruben einen Soldaten ein,
Sie trommelten, präsentierten.
Sie schossen ihm ins Grab hinein,
Die Degen salutierten:
„Leb’ wohl, Ham’rad, leb’ wohl!"
Und wie ihm nach die Trommel schlug,-
Dem lriegsmann in der Erden,
Daschwur der lnab’,der’sUreuzihmtrug,
Auc ein Soldat zu werden:
„Wohlan, o Knab’, wohlan!"
Reisebilder aus Dalmatien.
Für den „Treuen Kameraden" geschrieben von Oskar Mohler-Bregenz.:
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Nachdruck verboten. Schluß.
Sonntag, den 27. April 5 Uhr, fand die Abreise in Cattaro statt.
Ich begebe mich an Deck, um nochmals das ganze prächtige Landschafts
bild ins Ange zu fassen. Die ganze Landschaft ist in einem leichten Nebel
schleier gehüllt, so daß von der Stadt noch nicht viel zu sehen ist.
Alber oben grüsßzt der Lovcen herunter, allerdings sind nur seine
Umrisse in der Morgendämmerung erkenntlich. Ein feiner Sprühregen
fällt auf das Deck und verleidet mir den Aufenthalt daselbst; schliesslich finde
ich unter der Lommandobrücke ein trockenes Plätzchen.
heute hat das 21eer eine ganz graugrüne Färbung. Immer mehr
und mehr entschwindet der Lovcen meinen Blicken, noch um eine Bucht
herum und er wird unsichtbar. „Allögest du bald auf ein friedliches
Montenegro herunterblicken! Und statt den mit Gewehr und Säbel
hantierenden Bauern solche mit friedlicheren Waffen, dem Pflug und
anderen Geräten, sehen".
Und nun lebet wohl, Bocche di Cattaro, und alle ihr lieblichen
Rüstenorte, die ihr mir soviel Freude und Genuß bereitet habt!
21öget ihr weiterblühen zum Wohle eurer Einwohner und zur
Freude des Reisenden.
Run schließe ich mit den denkwürdigen Worten Schiller’s, deren tiefe
Wahrheit ic erst auf dieser Seereise würdigen lernte und mit welchen sich
der Dichterfürst in den berzen aller Österreicher ein unvergängliches Denk-
mal geschaffen hat:
„Der Österreicher hat ein Vaterland
Und liebt’s und hat auc Ursach‘, es zu lieben.
Vereinsuachrichten.
Bregenz. (Jugendbund Austria.) Seit einigen Tagen weht vom Austria-
hause die weisze Fahne mit dem roten Kreuz. Jn der Turnhalle, im Versammlungssaal
und in drei kleinen Zimmern stehen Betten für 70 Verwundete, legelbahn und Schieß
stätte dienen als Speisesaal. Die marmorierte Bühne hat sich hinter einer großen Bretterwand
versteckt. Die Austrianer zogen sich in die zwei unter der Bühne gelegenen, vom Spielplatz