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Full text : Jung-Vorarlberg. Organ für die schulentlassene Jugend, insbesondere für Jugendvereine

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man aus unsereinem bloß das „Spuitrückle oder an Sukübel" machen;
das lassen wir uns nicht bieten; da wär’ es nicht zu verwundern, wenn
einem das Vereinsleben verleiden tät. Es geht mich zwar alt dies nichts
an, weil ich mit Eurem Lumpenverein nichts zu tun habe, ich tät mich
schämen. Aber weil ich es gut meine mit Ihnen, Herr Präses, mach’ich
Sie aufmerksam, daß der Verein faul ist und daß allerhantiges Ungeziefer,
wie Muchen und schlötziges Gewürm sich in demselben aufhält, das man
fortschaffen sollte.

Hochachtungsvoll schlieszen wir mit vielen Grüszen.

P.Script. Laut Briefschriftsteller ist es erlaubt, bei besonders wichtigen
Anlässen ein sogenanntes Post Skriptum anzufügen; Sie werben wohl wissen,
was das ist, weil Sie g’studiert haben.

Sagen Sie dem Stenzel nur hofrecht, er soll sich in acht nehmen,
denn er fei ein gemeiner Kerl, ein Feigling, er f'rieg ben Kopf noch gehörig
voll, denn ich laß mir fo etwas einfach nicht bieten unb ber Harzer unb
ber Kellemacher unb ber Walser sollen auch auf der Hut sein, wenn ihnen
ihre Mäuler lieb sind."

Eine Woche später - bie zwei Briefschreiber waren pfiffige Kerle,
bie mit Abgeben des Briefes warteten, bamit man ja nicht auf fie zwei
einen Verdacht habe sah ber Präses einen Brief an ber Türschnalle
stecken, gleich konnte er ihn nicht lesen, weil er fort muszte; erft gegen Abend
kam er dazu. Ich glaub’, schon monatlang hat ber Herr Präses nicht mehr
fo herzlich auflachen muffen als damals beim Lesen dieses grandiosen Briefes.
Sogleich setzte er fich an ben Schreibtisch unb schrieb folgenbe Antwort:

„Ihr zwei namenlos drolligen namenlosen Bürschchen!

Was eine Sternwarte ist, wiszt Ihr, baS verbürgt mir Eure Gescheitheit,
bie aus bem anonymen Brief herfürstrahlt. In einer solchen Sternwarte
saß einmal ein überaus gescheiter Astronom (Sternforscher) unb schaute durchs
gewaltige Fernrohr gegen ben gestirnten Himmel. Aber ber Gelehrte machte
ein merkwürdiges Gesicht unb fast tellergrosze Augen in bas Rohr hinein,
schüttelte ben Kopf, rieb fich die Singen aus unb schaute wieber unb immer
wieber hinein. Auf einmal fprang er vom Sitz auf unb schrie mit jauchzender
Stimme: „Es ift fo, es ist wirklich fo, auf bem Jupiter (ein Planet, ber
fich ähnlich wie unsere Erde um bie Sonne bewegt) broben seh’ ich was
Lebendiges, feil’ ich Mäuse unb Kröten, eS ift fo, es ift wirklich so!" Unb
ber pfiffige Mann, ich weis nicht mehr, hat er Petrus geheiszen ober wie,
lief zu feinem Freunde, auch von bem hab’ ich den Namen vergessen, ich
mein’, Jakob (Jock) hat er geheiszen, unb verkündete biefem voll Freude feine
Entdeckung. Der setzte sich ebenfalls ans Fernrohr unb schaute hinein:
„Richtig, Kröten nnd Mäuse befinden sich auf dem Jupiter; ganz beutlich
sieht man’S, ganz beutlich unb, wenn ich mich nicht täusch’, noch anbereS
Ungeziefer", schrie auch Jock auszer fich vor Freude. Unb was war an
ber Sache? Höret unb lachet! Während ber Nacht hatten Mäuse unb
Kröten unb andere Tiere ben Weg ins Fernrohr hinein gefunden unb fich
ganz häuslich brinnen eingerichtet; bie Mäuse unb Kröten befanden fich also
nicht auf bem Jupiter, sondern im Instrument beS Astronomen, nicht in
weiter Ferne, fonbern ganz nahe bei ihm.
            
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