Aber auch die Mahlprodukte aus ungenügend ausgereiftem Korne sind ebenfalls
nicht haltbar und solches Maismehl oder auch Maisgrieß wird sehr
bald nüchtelig und verdirbt.
Jedes einzelne Maiskorn am Kolben ist durch eine Wurzel mit dem Innern
der Spindel verbunden und zehrt auch noch während der Lagerung am
Kolben, solange am Saft der Spindel, bis dieser restlos aufgebraucht ist.
Erst jetzt ist das Korn eigentlich richtig reif und das ist in unserer Gegend
und für unsere Verhältnisse nicht vor Ende März des kommenden Jahres
nach der Ernte.
Wir kennen verschiedene Spielarten des Maises. Die wichtigsten davon
sind: Zuckermais, Spelzmais, Pferdezahnmais, Kleinkörniger oder Perlmais
und Tuscaroa oder weicher Mais. Nach der Farbe der Körner unterscheiden
wir: Weißmais, Gelbmais und roter Mais. Zu letzterem gehört
auch der feurigrote Quinquantin.
Mais ist sehr ertragreich. Ein Quadratmeter passender Boden gibt bei
guter Ernte etwa 1.2 bis 1.5 Kilogramm Körner, das sind pro Hektar
etwa 12.000 bis 15.000 Kilogramm Mais.
Die Maispflanze läßt sich sehr mannigfach verwerten. In noch grünem
Zustande wird sie siliert als Silomais und ergibt ein sehr wertvolles Grünfutter
für das Milchvieh. Der Saft der Pflanze dient zur Bereitung von
Getränken und, unmittelbar vor der Blüte entnommen, kann er zu Sirup
oder Zucker verarbeitet werden. Unreife, noch milchige Kolben geben ein
wohlschmeckendes Gemüse und das dürre Maisstroh kann als Rohstoff der
Papierherstellung oder gehäckselt als Viehstreue dienen.
Selbst die abgerebbelte Kolbenspindel ergibt in gemahlenem Zustand ein
gutes, wertvolles Tierfutter, welches mit Vorliebe auch als Melasseträger
verwendet wird. •
Am häufigsten jedoch wird das Maiskorn in der Mühle zu Grieß und
Mehl verarbeitet. Maisgrieß quillt sehr leicht. Im gesalzenen heißen Wasser
oder solcher Kuhmilch aufgekocht und dann in gutem Butterschmalz in der
Bratpfanne geröstet und zu kleinen Knöllchen verstößelt, liefert er im Oberinntal
in Tirol, in Vorarlberg, Liechtenstein und in der Ostschweiz das
bekannte Nationalgericht, den ,,Ribel“ oder ,,Stopfer“, das ist eine äußerst
nachhaltig nährende Speise, die besonders zum Frühstück hier allerorts mit
Kaffee oder Milch eingenommen wird.
In der Steiermark dient Maisgrieß (neben Buchweizenmehl, bzw. Buchweizengrütze)
in ähnlicher Weise zur Herstellung des dort bekannten und
allgemein beliebten ,,Sterz“. Der Italiener dagegen hat ebenfalls sein Nationalgericht
aus Mais, den ,,Polenta“. Dieser ist nun allerdings ein Erzeugnis,
dessen Grieße aus dem feurigen Cinquantin gemahlen werden. In heißem
Wasser gekocht und aufgequollen, wird dieser Maispudding nach dem Er