Der Flughafer (Avena fatua). Wildform des Hafers, deshalb auch
wilder Hafer genannt, bespelzt, dunkelbraun, am Grunde behaart.
Der Windenknöterich (Polygonum convolvolus). Schmutzigbraun bis
schwarz, ohne Kelchblätter, etwa 2.5 Millimeter groß, rosa bis lichtblau,
wenn von der Fruchtschale befreit.
Der Vogelknöterich (Polygonum aviculare). Kleine, braunschwarze,
kantige Sämlein, häufig noch in den grüngeränderten Kelchblättlein eingehüllt.
Damit ist die Zahl der wichtigsten und am häufigsten im Getreide vorkommenden
Unkräutersämereien erschöpfend erörtert.
DIE GETREIDE- UND MEHLSCHÄDLINGE
Während der Entwicklung des Getreides und auch während dessen Lagerung
bis zur Vermahlung ist das Getreide vielfachen Schädigungen sowohl
durch pflanzliche Parasiten (Pilze) als auch durch tierische Schädlinge
(Insekten) ausgesetzt, die auf das Getreide überkommen und die Entwicklung
der Frucht behindern oder diese selbst teilweise oder auch ganz
zerstören. Ihre Beachtung ist daher auch in der Getreidebewertung sehr wichtig,
weil solch infiziertes Getreide mitunter nicht nur recht erheblichen Gewichtsverlust
und geringere Mehlausbeute, sondern auch in vielen Fällen gewaltige
Störungen in der Backfähigkeit des aus diesem erzeugten Mehles und
damit oft viel Ärger und Verdruß bei Müller und Bäcker nach sich ziehen
kann.
Die wichtigsten und am häufigsten vorkommenden Getreideschädlinge
dieser Art sind:
a) pflanzlicher Natur
1. Der Cetreiderost (verursacht durch den Rostpilz Puccinia graminis)
Dieser befällt alle Getreidearten mit Ausnahme von Roggen und ist ein
arger Schädling des Getreides, besonders des Weizens. Er überstäubt im
Mai von den Zwischenwirtspflanzen (Berberitze, Hundezunge, Ochsenzunge)
auf die Halme des Weizens und bildet auf dessen Blättern pustelartige
Auswüchse, das sind braune Sommersporenanhäufungen, die sich gegen
Ende der Ernte in die grauen Wintersporen umwandeln, dann abfallen und
auf der Erde überwintern. Im Frühjahr gehen diese Sporen aber nicht gleich
auf das Getreide über, sondern erst auf die sogenannten Zwischenwirtspflanzen,
auf deren Blättern sie Rostbecher bilden, die sich im Mai mit zahllosen
Sporen füllen und die dann, vom Winde getragen, auf die Getreidefelder
überstäuben und auf den Blättern der Getreidehalme diese erwähnten
pustelartigen Auswüchse hervorrufen. Durch diese wird das Blattgrün 102