Ende September die Mottenplage absolut niedergehalten werden kann. Gut
bewährt hat sich auch das Mortivoverfahren, wobei eine Flüssigkeit (deren
wichtigster Bestandteil aus Chrysanthemenblüten bestimmter Abarten gewonnen
wird) in Nebelform versprüht wird und die Motten innerhalb einer
halben Stunde tötet. Ein anderes praktisches Hilfsmittel ist das Aufhängen
von Fliegenfängern, die ihren Zweck erfüllen, wenn sie rechtzeitig benutzt
werden, das heißt noch bevor die Motten ihre Eier ablegen.
V. Der Mehlkäfer (Tenebrio molitor)
Abb.52.
Melhkäfer (Tenebrio molitor).
Er ist ein großer, 14 bis 18 Millimeter langer,
schwarzer, etwas schwerfälliger Käfer,
der sowohl an Getreide wie an Mehl Schaden
anzurichten vermag. Er fliegt abends von
Ende Juni an und legt seine Eier mit Vorliebe
in das lose Mehl oder Mahlgut, das in Winkeln
oder verborgenen Ecken zerstreut liegt.
Die Larve des Mehlkäfers ist der eigentliche
Mehlwurm, der aus den abgelegten Eiern entsteht
und der übrigens ein sehr gesuchtes Vogelfutter
für unsere Singvögel ist und gut verkauft
werden kann. Er ist ein 22 bis 26 Millimeter
langer, hellbrauner Wurm, der durch
Verunreinigung des Mehles großen Schaden anrichten kann. Käfer und
Wurm ist gut beizukommen durch Auslegen feuchter Säcke, unter die sich
diese Mehlschädlinge mit Vorliebe über Nacht verkriechen und die tagsdarauf
ohne Mühe leicht zusammengekehrt und vernichtet werden können.
Auch hier gilt peinlichste Sauberkeit im Betriebe als das beste Vorbeugungsmittel.
VI. Die Mehlmilbe (Acarus farinae)
Zu den eklichsten Mehlschädlingen gehört zweifellos die Mehlmilbe.
Wir finden sie häufig in verdorbenem, zu lange und schlechtgelagertem
feuchtem Mehle. Mit freiem Auge ist sie im Mehle kaum wahrnehmbar, da
sie sehr klein und nur etwa 34 Millimeter lang und fast ebenso breit ist. Am
besten erkennt man sie unter einem Vergrößerungsglas und noch besser
unter dem Mikroskop.
Streicht man milbenbefallenes Mehl mit einem Glase glatt und läßt dann
dieses Glas etwa eine Stunde auf der glatten Mehlfläche liegen, so kann man
ganz deutlich die von den Milben gezogenen Gänge erkennen. Die Mehlmilbe
vermehrt sich bei günstigen Bedingungen ungeheuerlich und macht
das Mehl durch Verschmutzung und Verkotung in wenigen Wochen so 112