H2(CO4) = Na2 (CO2) plus 2H, das ist das neutrale kohlensaure Na
trium, welches im Volksmunde als Soda bezeichnet wird. Soda ist eben
falls allgemein bekannt und dient zum Weichmachen des Wassers.
Verwenden wir anstelle von Natrium das einwertige Kalium, so
bekommen wir die entsprechenden Kaliumcarbonate. Da die Kohlensäure
zweiwertig ist, also zwei verdrängbare Wasserstoffatome besitzt, so können
wir auch ein zweiwertiges Metall in Kohlensäure lösen, und wenn wir dies
z. B. mit dem zweiwertigen Calzium tun, so erhalten wir nach der
Gleichung: Ca + H2 (CO.) = Ca(CO3) + 2H oder kohlensauren Kalk
(dazu gehören: Muschelschalen, Eierschalen, Kreide, feinkristallinischer
Marmor).
Es wird dem Laien nicht leicht fallen, den harten, im Wasser unlös
lichen Marmor, unter dem Begriff eines Salzes zu denken. Wir glauben
im allgemeinen unter dem Salzbegriff in unserem Bewußtsein gleich auch
den Begriff einer Löslichkeit im Wasser zu verbinden. Das trifft aber
durchaus nicht immer zu. Es gibt verschiedene Salze, die im Wasser nicht
löslich sind. Im Wasser löslich sind alle Salze der Salzsäure (Chloride)
mit Ausnahme von Silberchlorid, dann ebenso auch die Salze der beiden
anderen Halogensäuren (Bromide und Jodide), die Salze der Salpeter
säure (Nitrate) und ferner auch die Salze der Alkalien Natrium, Kalium
und Ammonium, die sich mit irgend einer Säure bilden.
Die wichtigsten Säuren:
Wir haben jetzt bereits eine ganze Anzahl Säuren näher kennengelernt und
verstehen auch ihre chemische Bezeichnung. Zu den wichtigsten Säuren ge
hören: Die Salzsäure HCl; die Schwefelsäure H2(SO4) — Bist du in den
Taschen stier, dann- trinke H2 (SO4) ! —; die Phosphorsäure H3(PO4) ;
die Kohlensäure H2(CO8); die Salpetersäure H(NO3) und die Blau
säure H (NC), die auch als Zyanwasserstoffsäure bekannt ist.
Die Salpetersäure ist einwertig. Lösen wir das einwertige Natrium in der
Salpetersäure, so erhalten wir das Natriumnitrat oder den Chilesalpeter (Na
+ H(NO3) = Na(NO3) + H). Der Vorgang ist immer derselbe, wie wir
ihn bereits von den anderen Säuren her kennen lernten. Haben wir diese
Gleichungen von früher verstanden, dann ist die ganze folgende Chemie
leicht. Die Salze der Salpetersäure heißen Nitrate.
Chilesalpeter oder Natriumnitrat ist ein vorzüglicher Stickstoffdünger für
Rüben und Getreide; es darf mit dieser Düngung jedoch nicht zu stark
getrieben werden, weil die Früchte sonst nicht halten. Gerste gibt mit Na
(NOg) besonders hohe Erträge, jedoch ganz glasige, eiweißreiche Körner,
die von den Bierbrauereien zurückgewiesen werden. Als Düngemittel soll
der Na (NOg) 16.1 % Stickstoff haben und frei sein von dem für die
Pflanzen so schädlichen überchlorsauren Natrium, welches auch Perchlorat
Cl(NaO«) genannt wird. 130