Salmiakgeist und Salpetersäure geben nach der Gleichung NH, (OH)
+ H(NO3) = NH,NO, + H(OH), das ist Ammoniumnitrat und
Wasser. Ammoniumnitrat, auch Ammonsalpeter genannt, ist eines der
wichtigsten Kunstdüngemittel, denn aus den ammoniumhaltigen Dünge
stoffen entnimmt die Pflanze den zum Aufbau ihres Eiweißes nötigen
Stickstoff.
Die Serie der Beispiele ließe sich an allen bekannten Säuren fortsetzen.
Aus diesen Beispielen erkennen wir, daß Salze entstehen, nicht nur wenn
wir ein Metall in einer Säure lösen, sondern sie bilden sich ebenso auch,
wenn eine Lauge mit einer Säure zusammengebracht wird. Laugen reagieren
bekanntlich immer alkalisch, im Gegensatze zu den Säuren, welche sauer
reagieren. Salmiakgeist, den wir jetzt ja genügend kennenlernten, ist eben
falls eine Lauge, die Ammoniaklauge.
Nehmen wir nun anstelle von Salmiakgeist Natron- oder Kalilauge und
bringen diese mit einer einwertigen Säure zu gleichen Teilen zusammen,
so erhalten wir eben die diesen beiden anderen Alkalien entsprechenden
Salze. Z. B. bei Salzsäure und Natronlauge bekommen wir nach der
Gleichung:Na(OH) + HCl = NaCl + H(OH)
Natronlauge Salzsäure Kochsalz Wasser
Bei Salpetersäure und Natronlauge ergibt sich nach der Gleichung:
Na(OH) + H(NO3) = Na(NO3) + H(OH)
Natronlauge Salpetersäure Chilesalpeter Wasser
In mehrwertigen Säuren, z. B. bei der Schwefelsäure und der Phosphor
säure, erhalten wir je nach Verdrängung der vorhandenen Wasserstoff
atome saure und neutrale Salze. Verdrängen wir z. B. bei Schwefelsäure
nur ein Wasserstoffatom, so bekommen wir nach der Gleichung:
Na(OH) + H-TSOO = NaH(SOi) + H(OH)
Natronlauge Schwefelsäure saures Natriumsulfat Wasser
Nehmen wir nun soviel Natronlauge, daß beide Wasserstoffatome der
Schwefelsäure verdrängt werden, so bekommen wir nach der Gleichung:
2Na(OH) + H (SO.) = 2Na (SO.) + 2H(OH) das neutrale Na
triumsulfat oder Glaubersalz.
Bei Verwendung von Phosphorsäure bekommen wir, da das Säureradikal
des Phosphors bekanntlich dreiwertig ist, je nachdem, ob wir ein, zwei oder
alle drei Wasserstoffatome verdrängen, drei verschiedene Salze, die pri
mären, sekundären und tertiären Phosphate.
Bleiben wir gleich bei Natronlauge und bringen von dieser soviel in
Phosphorsäure, daß gerade ein Wasserstoffatom verdrängt wird, dann er
halten wir nach der Gleichung: Na(OH) + H2(PO.) = NaH2(PO4)
+ H(OH) das primäre Natriumphosphat. 133