genannt und der Name dieses Mahlwerkzeuges ging dann schließlich sogar
auf den Bäcker, für dessen Berufsbezeichnung über. Pistoris hieß im alten
Rom Backhaus. Pistor, später Pfister und Pfisterer bedeutete auch im Altdeutschen
dasselbe wie Beck oder Bäcker. Bei fast allen Kulturvölkern lag
die Getreidebearbeitung und die Brotbereitung in den Händen der Frau
oder der weiblichen Sklaven, die mit unsäglicher Mühe das Korn für den
täglichen Bedarf des Haushaltes mit diesen einfachen Mahlwerkzeugen vermahlen
mußten..
Diese Art urzeitlicher Müllerei und ebenso deren Brotbearbeitung hat
sich bei der tiefstehenden Urbevölkerung der Südseeinseln und in einigen
anderen entlegenen Gebieten bis auf unsere heutigen Tage ohne wesentliche
Veränderung erhalten. So gehört das Getreidevermahlen und das Brotbacken
auch heute noch bei den Südseeinsulanern, den Beduinenstämmen und Negern
Afrikas zu den häuslichen Pflichten ihrer eingeborenen Frauen.
Abb. 4. Mehl- und Brotbereitung im alten Ägypten.
(Modell aus dem Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum.)
Diese Abbildung Wurde Dom Ireks-Institut für Bäckereiwissenschaften Kulmbeck
zur Verfügung gestellt. 6