bei verhältnismäßig sehr niedrigen Temperaturen beliebig hohe Feuchtigkeits
mengen bis zu 6 Prozent, in Sonderfällen aber auch bis doppelt soviel
(10—15 Prozent) entzogen werden.
Als Heizmittel wird fast immer Niederdruckdampf verwendet, der in die
Heizröhren eingeleitet wird und diese gleichmäßig ausfüllt.
Die Reinigung und Vorbereitung des Getreides
Das in die Speicherzellen zur mehr oder weniger langen Einlagerung
verbrachte Getreide muß, ehe es vermahlen werden kann, eine bestimmte
Behandlung mitmachen und vor allem einer ganz intensiven Reinigung unter
zogen werden. Auf eine gründliche Reinigung wird in jeder Mühle größter
Wert gelegt, denn nicht umsonst sagt man, die Getreidereinigung ist das
Herz der Müllerei. Fehler bei der Reinigung und Vorbereitung des Getreides
können meist in der nachfolgenden Vermahlung nicht wieder gutgemacht
werden. Die Behandlung und Vorbereitung, die das Getreide vor seiner
endgültigen Vermahlung erfährt, kann in folgende Arbeitsstufen unterteilt
werden:
1. Gründliche Reinigung von allen im Getreide enthaltenen Fremd
körpern, wie Sand, Staub, Schmutz, kranke Körner, Unkrautsämereien usw.
und Entfernung aller dieser Teile, soweit sie in der Silovorreinigung nicht
abgeschieden wurden.
2. Je nach der Getreideart und der darin enthaltenen Naturfeuchtigkeit
entsprechende Behandlung mit Wasser und genügend langes Abstehen, ge
gebenenfalls mit Wärme, um den Getreidekörper auf seinen günstigsten Ver
mahlungsgrad zu bringen, die Schale des Kornes möglichst elastisch zu er
halten und, vor allem bei trockenem Getreide, durch entsprechende Vor
quellung die Wasseraufnahme im Mehle und damit auch die Backfähigkeit
im günstigen Sinne zu beeinflussen.
3. Die Entfernung jener mit dem Getreide organisch verbundenen Teile,
wie Keim, Bärtchen, holzige Oberhaut, die bei einer Mitvermahlung die
Güte der Mehle stark herabsetzen und Farbe und Haltbarkeit des Mehles
ungünstig beeinflussen würden.
Gemäß dieser Bearbeitungsgrundlage ist die maschinelle Ausgestaltung
der Reinigungsanlage unterteilt in:
/. Die Vor- oder Schwarzreinigung, in der alle Fremdkörper entfernt
werden und die der Kornsäuberung einschließlich dem Waschen bei Naß
reinigung dient.
2. Die Vorbereitung mit Wasser und Wärme, wobei in kleineren und
mittleren Mühlen, die sich eine Konditionierungsanlage nicht leisten können,
die gleiche Wirkung (Mürbung des Kornes, zähe Schale, die in groben
Stücken entfernt werden kann, Verteilung der Feuchtigkeit, bzw. Feuchtig
keitsausgleich, Hebung der Backfähigkeit) durch Netzen und entsprechen
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