auf den dritten usw. Nun kann der erste Kasten, der inzwischen bereits
solange schon abgestanden ist, daß die Feuchtigkeit vom einzelnen Korn
aufgenommen wurde, durch Ziehen der Schieberstange und Öffnen des Aus
laufes nach dem unmittelbar darunterliegenden Kasten abgelassen werden;
so auch der zweite und später wieder der dritte oder vierte obere Kasten.
Sobald der letzte Kasten voll ist, kann in den inzwischen wieder leerge
laufenen und unten bereits wieder verschlossenen ersten Kasten umgeleitet
werden, bis er neuerdings voll ist und so dann wieder auf den zweiten, drit
ten und die weiteren der oberen inzwischen der Reihenfolge nach leer
gemachten Abstehkästen. Der Weizen im ersten unteren Kasten kann nach
genügender Abstehzeit nun auf die Weißreinigung weitergeführt werden,
dann geht das so weiter aus dem zweiten und schließlich all den weiteren
unteren Kästen bis sie alle leer gelaufen sind und das Spiel von neuem
wieder aus dem inzwischen schon in den ersten Behälter heruntergelassenen
Getreide beginnen kann. Auf diese Art ist eine bestmögliche Abstehzeit in
der Vorbereitung gewährleistet.
Genetzt wird fast immer vor der Weißreinigung, also vor der Schäl- und
Bürstmaschine, weil sich durch die dabei erreichte Vorquellung des Kornes
die holzige Oberhaut besser lösen läßt und durch die nun zähere und ela
stischere Beschaffenheit des ganzen Kornes beim nachfolgenden Schäl
prozeß bedeutend weniger Bruch entsteht, wie beim noch ganz trockenen
und sehr sprödem Getreide.
Die Getreidevorbereitung mittels Wärme im Vorbereiter oder Konditioneur
In sehr vielen größeren Mühlen, die mit einer Wäscherei ausgestattet
sind und die ihr Getreide auf nassem Wege reinigen, wird die eigentliche
Vorbereitung des Getreides auf warmem Wege angestrebt. Diese Einwir
kung auf das feuchte Weizenkorn ist begreiflicherweise intensiver und in
gewisser Hinsicht noch wirksamer als nur auf kaltem Wege mit Wasser
und Zeit allein. Allerdings erfordert diese Präparation eine ganz besonders
aufmerksame Wartung und große Erfahrungen, denn Fehler, die hier ge
macht werden, lassen sich in der nachfolgenden Vermahlung nicht wieder
gutmachen.
Die Behandlung des feuchten Getreides mit Wärme ist immer mit großen
Gefahren verbunden und die in der Vergangenheit gemachten praktischen
Erfahrungen auf diesem Gebiete haben neben erfreulichen Erfolgen hin
sichtlich der Hebung der Vermahlungsfähigkeit, besseren Zerteilbarkeit des
Kornes, mehr Grießanfall, höhere Ausbeute an hellen stippenreinen Mehlen,
weniger Kraftbedarf und Verbesserung der Backeigenschaften in Bezug
auf Wasseraufnahme, Teigentwicklung usw. auch Resultate gezeitigt, die
diese schönen Erfolge auch wieder ganz schwer in Zweifel stellten. Beson
ders gefährlich ist die Anwendung von Hitze bei der sogenannten Kleber
härtung. Ein wenig zu viel kann schon die Backfähigkeit verderben und
den Vorbereitungserfolg vollkommen zunichte machen. Ungeeignete Tem 249