Kornes zu sehr zerrissen und zum Teil so stark zerkleinert, daß von diesen
Schalenteilchen eben auch, mehr oder weniger, mit dem Mehl durch die
Siebmaschinen hindurchfallen während der Sichtung und so mit ins Mehl
kommen, wodurch dasselbe farblich sehr nachteilig beeinflußt wird.
Beim Flachmahlverfahren dürfen also an die Qualität des Mehles, hin
sichtlich Farbe und Stippenreinheit, schon von vornherein nicht allzu große
Ansprüche gestellt werden oder aber es muß mit einer merklichen Aus
beuteeinbuße gerechnet werden. Für die Feinmüllerei eignet sich das Flach
mahlverfahren nicht.
Abb. 102. Doppelwalzenstuhl nach allseitig gekapselter Bauart
der Hipkow-Zündappwerke, Nürnberg.
2. Die Hochmüllerei oder das Hochmahloerfahren, bei welchem der
Angriff auf das einzelne Korn möglichst schonend und nur allmählich und
stufenweise durch sehr hochgeführte Maschinen erfolgt. Bei diesem Ver
fahren wird der innere Mehlkörper des Kornes in möglichst vielen größeren
Stücken, als Grieße und Dunste und unter möglichster Vermeidung von Mehl
bildung von der Schalenschicht gelöst und erst diese Grieße und Dunste dann,
nachdem sie auf eigenen Grieß- und Dunstputzmaschinen von den spezifisch
leichteren Köpfen und Schalen getrennt sind, in weiterer allmählicher und
stufenweise erfolgender Zerkleinerung in Mehl aufgelöst. Nach jeder
einzelnen der vielen, stufenweise erfolgenden Bearbeitungen auf den Ver 271