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Full text: Vom Getreide zum Brot

mahlungsmaschinen, erfolgt immer und unmittelbar anschließend auch eine 
strenge Trennung des jeweiligen Vermahlungsproduktes durch Sichten 
desselben auf eigenen Sichtmaschinen (Zylinder, Plansichter oder auch 
anderen Sichtmaschinen), wobei das bei jedem Zerkleinerungsvorgang an­ 
fallende Mehl und die anderen Zwischenprodukte (Grieße, Dunste), streng 
voneinander geschieden werden. Das gewonnene Mehl scheidet nach jedem 
Zerkleinerungsvorgang immer wieder aus und läuft jetzt, zum Beispiel in 
größeren automatischen Mühlen, sozusagen als kleines Mehlbächlein in den 
hiefür passenden größeren Mehlstrom einer Mehlsammelschnecke (Rädler) 
oder eines Mehlschüttelrohres, und hier dann schließlich weiter zur Kon­ 
trollsichtung und über diese weiter auf die entsprechenden Mehlsammelkästen 
oder Mehlschächte der Mehlmischmaschinen, immer passendes mit passen­ 
dem Mehle zusammen, während gleichzeitig und ebenso nach jedem Sichten 
die anfallenden gröberen Teilchen, das sind Grieße und Dunste (später 
gröbere und feinere Dunste), streng der Größe nach getrennt und jedes dieser 
Produkte wieder für sich behandelt und getrennt weiter vermahlen werden. 
Dieser Vermahlungsprozeß erfordert daher eine Vielzahl von Maschinen und 
ist sehr umständlich und teuer und nur in ganz großen Mühlen anwendbar. 
Deshalb haben die meisten moderneren Mühlen ein Mahlverfahren in An­ 
wendung, das den goldenen Weg der Mitte geht und zwischen den beiden 
genannten Flach- und Hochmahlverfahren liegt und das ist 
3. das Halbhochverfahren oder die Halbhochmüllerei. Es ist dasjenige 
Mahlverfahren, das in fast allen mittleren und größeren Mühlen heute an­ 
gewendet wird und das, wie bereits angedeutet, das Zwischenglied der beiden 
ersteren Mahlverfahren ist. Der Unterschied besteht hauptsächlich in der Ver­ 
arbeitung der Grieße und Dunste. In der Hochmüllerei werden die Grieße, 
ebenso auch die Dunste eines jeden Zerkleinerungsvorganges getrennt für sich 
geputzt und vermahlen, während in der Halbhochmüllerei zusammenpassende 
Grieße und ebenso auch zusammenpassende Dunste zusammengenommen und 
gemeinsam geputzt und ebenso gemeinsam vermahlen werden. 
In der Flachmüllerei dagegen werden überhaupt keine Grieße und Dunste 
gezogen, sondern diese mit den Schalenteilchen gemeinsam so lange zurück­ 
geschüttet und immer wieder vermahlen, bis schließlich alles Mehl gewonnen 
und die Schalenteilchen als mehlfreie Kleie übrigbleiben. 
Beim Flachmahlverfahren kommt das Getreide auf einen Walzenstuhl 
oder bei älteren Ausführungen auf den Mahlgang, wird dort zunächst bei 
einmaligem Durchgang und bei sehr eng gestellten Walzen oder Steinen 
ganz flach zusammengemahlen. Dann wird dieses Mahlprodukt auf einem 
Zylinder, Zentrifugalsichter oder bei ganz veralterten Ausführungen auf 
einem Wollbeutel gesichtet, wobei das Mehl als feinstes Produkt durch 
die Maschen der Siebe hindurchfällt, während die gröberen Grieß- und 
Schalenteile als Abstoß über die Siebe hinweggleiten und schließlich dann 
ihren Weg nochmals über die gleiche Maschine nehmen, die dann beim 
nunmehrigen Durchgang noch näher zusammengelassen werden und noch 
mehr angreifen. Auch dieses Produkt geht nun den Weg erneut über die 272
	        
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