Abb. 105. Vierwalzenstuhl im Querschnitt.
(Diagonal-Walzenstuhl der
MIAG-Braunschweig um 1925.)
oder schleift. Diese haben also
Der Walzenstuhl besteht im wesentlichen
aus zwei nebeneinander oder auch
senkrecht übereinander gelagerten Stahlwalzen
aus Kokillenhartguß bei älteren
Ausführungen, aus zwei in einem bestimmten
Winkel schräg übereinanderliegenden
Walzen aus gleichem Material bei den
heutigen neueren Stühlen, die gegeneinander
laufen; die eine Walze langsamer, die
andere schneller. Die der Schrotung, bisweilen
auch der Grießauflösung dienenden
Walzen sind geriffelt und härter als die
glatten Auflöswalzen. Die Riffeln verlaufen
in einem bestimmten Winkel zur
Längsachse; man bezeichnet diesen
Schrägverlauf als Drall. Um nun das
Mahlgut in einem gleichmäßigen, schleierartig
verteilten Strom in ununterbrochener
Folge über diese Schrot- oder Mahlwalzen
zu führen, sind über diesen zwei
weitere, gleich lange, aber nur sehr dünne,
ebenfalls meist geriffelte oder gerippte
Walzen, die Speisewalzen, angeordnet,
wovon die hintere Walze das Mahlgut
einzieht und die vordere Walze zuführt
für die gleichmäßige, gute Speisung der
darunter arbeitenden Mahlwalzen zu sorgen und werden Speisewalzen
genannt.
Durch besondere, technisch vorzüglich durchdachte automatische Schieberregulierung,
zum Beispiel beim Bühlerstuhl die Unic-Speisung oder durch
die automatische Ein- und Ausrückvorrichtung in der Servo-Regulierung des
Miag-Stuhles, hat auch die gute und verläßliche Speisung und das Vermeiden
von ungleicher Belastung oder Leerlauf der Mahlwalzen ihre Vollendung gefunden.
In der Schrotung ist der Walzenstuhl unübertrefflich. Seine Vorteile
gegenüber dem Mahlgang mit Steinen sind kurz zusammengefaßt folgende:
I. größere Leistung,
2. weniger Kraftbedarf,
3. Schonung der Schale
4. griffigere und reinere
5. leichtere Bedienung,
6. einfachere und daher
und daher gröbere Schale,
Mehle,
billigere Montage. 280