Da nun aber alle Walzenstühle genormt sind und nur mit geraden Längenmaßen
gebaut werden, so werden die errechneten Längenmaße auf die
verfügbaren Katalogmaße abgestimmt. Außerdem soll man möglichst trachten,
zum Mahlverfahren passend große Doppelstühle zu erhalten. Nach
den verfügbaren Katalogmaßen würde diese 250-Sack-Weizenmühle für
die Schrotung folgende Doppelstühle erhalten:
L Schrot = 1 Doppelstuhl 600 x 220 mm
II.
99 = 1 „
700 x 220 mm
III.
99 = 1 „
700 x 220 mm
IV.
99 = 1 „
500 x 220 mm
V. und VI. Schrot zusammen 1 Dopp.-St. 800 x 220 mm
Man runde bei der Wahl der Stühle möglichst nach oben auf. Etwas
erhöhte Walzenlängen wirken sich nur vorteilhaft aus. Es würde aber
keineswegs schaden, wenn in dieser Mühle auch der erste Schrotstuhl mit
der Walzenlänge des zweiten und dritten Schrotstuhles gewählt würde, denn
je dünner und schleierartiger die Beschüttung des ersten Schrotes erfolgen
kann, desto mehr läßt sich das Ganzkorn beim ersten Durchgang schon
zerteilen, also der innere Mehlkörper freilegen, ohne daß die Schale allzusehr
zerrissen wird.
Berechnung der Schrotwalzenlängen bei nichtautomatischen Mühlen
In vielen kleinen Mühlen ist meist nur ein Walzenstuhl und ein Mahlgang
vorhanden. Auf Grund der in der Praxis gemachten Erfahrungen
ist es wohl richtig, wenn man in den nichtautomatischen Kleinbetrieben für
das Umstecken von einer Passage zur anderen 10 Prozent Zuschlag zu den
errechneten Walzenlängen macht. Das trifft auch bei der Berechnung der
Grießauflöse- und Ausmahlwalzenlängen zu und ist nicht zu viel, denn durch
das jeweilige Umstecken, das Zuschütten von Passagenresten und das Warten
der Maschinen aufeinander, geht ja erheblich Zeit verloren.
Leistungsberechnung andersgearteter V’ermahlungsmaschinen
Da in sehr vielen Mühlen neben den Walzenstühlen auch noch andersgeartete
Vermahlungsmaschinen als selbstständige Passagen arbeiten, so muß
deren Leistungsfähigkeit bei Errechnung der Gesamtleistung einer Mühle
auf einen einheitlichen Nenner, das ist Walzenlänge, umgewertet werden.
Die nun folgenden, aus der Praxis entnommenen Werte sind Durchschnitts- 290