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Full text: Vom Getreide zum Brot

Mahlgutbeschaffenheit: a) gute kräftige Weizenmischung 
b) weiche, trockene Weizen oder Mischung 
weich/halbhart 
c) weiche, sehr feuchte, matschige Weizen. 
Anmerkung: 
Spezialriffelung am I. Schrot auf Rücken gegen Rücken zur Schonung der 
Schale: 3.2 Riffel/cm, Schneidewinkel 22 Grad, Rückenwinkel 71 Grad, 
Drall 8 Prozent, Voreilung 1 : 3. 
Bei Vorhandensein von nur einem Doppelwalzenstuhl als Universal­ 
schrotstuhl, auf welchem alle Schrote gemacht werden müssen, ist es im all­ 
gemeinen von Vorteil, auf dem ersten Walzenpaar die Ganzkörner als ersten 
Schrot und den zweiten und dritten Schrot und die weiteren Schrote dann 
auf dem zweiten Walzenpaar zu machen. Die Vorteile liegen noch mehr 
in der Sichterbespannung wie in der Schrotführung selber. Meist aber wird 
in einem solchen Fall auf dem ersten Walzenpaar der erste und dritte, 
eventuell fünfte Schrot gemacht, während das zweite Walzenpaar den zwei­ 
ten und vierten Schrot zu bewältigen hat. 
Fast immer wird bei einer solchen Anordnung Weizen und Roggen ge­ 
schrotet. Man wählt daher für das erste Walzenpaar 5.5—6.6 Riffel/cm 
mit 35/70 Grad und 12 Prozent Drall und für das zweite Walzenpaar 
8 Riffel/cm mit 35/75 Grad und 16 Prozent Drall. Bei trockenen und 
gut vorbereiteten Weizen hat sich am I. Schrot die Riffelzahl von 
312—4 
R 
je cm am Walzenumfang am besten bewährt. 
Besonders bei weichen Inlandsweizen soll man nicht höher wie 342 R/cm 
Umfang gehen. 
Ist das Mahlverfahren auf Vollmüllerei einzustellen, wählt man spitze 
Winkel und an sich besser etwas gröbere Riffelung, auch gegen den letzten 
Schrot zu (höchstens 7 R/cm am Ende), damit Zerschnitt und Vergrießung 
der Schale vorherrscht. Anders dagegen bei Normalmüllerei im Frieden 
mit Normalausbeuten. Hier muß bereits beim dritten, vierten und fünften 
Schrot auf Erhaltung einer grobflockigen Schale Bedacht genommen werden. 
Hier muß lediglich das an der Schale noch anhaftende Mehl restlos heraus­ 
geholt werden. Hiezu bewährt sich ein flacher Riffelwinkel und höherer 
Drall. 
Behandlung der Clatiwalzen 
Jeder erfahrene Müller weiß, daß sich die harten Stahlwalzen im Be­ 
trieb mit der Zeit abnützen und eine glatte Oberfläche bekommen. Damit 
aber hört auch der gute Mahleffekt praktisch auf. Diese Glattwalzen ar­ 
beiten nicht mehr befriedigend und verschleifen die Mahlgutpartikelchen. 
Dadurch entsteht ein erhöhter Anfall ganz feiner Mehle von geschädigter 
Backfähigkeit. Jetzt ist es höchste Zeit, solche Walzen aufzurauhen und 
zu mattieren. 295
	        
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