Die Sodermühle
Diese nachteiligen Umstände erkennend, schuf der Schweizer Müller
und Mühleningenieur Soder aus Niederrhein mit seiner Ausmahlmaschine,
welche nach ihm benannt ist, erstmals eine Maschine, die alle diese Mängel
weitgehend behebt und sich geradezu vorzüglich für Ausmahlungszwecke
eignet.
Abb. 116. Querschnitt durch eine Sodermühle.
Über dem Mahlstuhl mit Steinwalze
und ausschwenkbarem Steinsegment
die beiden Kalibrierwalzen.
Die Sodermühle ist eine Ausmahlmaschine,
welche Mahlgang
und Walzenstuhl in einem verkörpert
und die Vorteile beider
sich zu eigen machen kann, ohne
die bekannten Nachteile beider
letzteren Mahlsysteme mitzuschleppen.
In geradezu genialer Weise
hat Soder in seinem Vermahlungssystem
Druck und Reibung voneinander
zeitlich getrennt, wodurch er
eine Aufschließung der mehlhaltigen
Schichten des Kornes bei weitgehender
Schonung des Klebers
und kühler Mahlung erreichte. Der
Soderstuhl verkörpert Glattwalzenund
Steinarbeit, also Glattwalzenstuhl
und Mahlgang in einem, und
zwar auf sehr kleiner Grundfläche.
Wenn auch nicht geeignet zum
Schroten des Getreides, ist sie umsomehr
aber eine ganz vorzügliche
Ausmahlmaschine, die sich sowohl
zum Auflösen der Grieße und
vorderen Dunste, insbesondere aber
zum Ausmahlen der hinteren Passagen
verwenden läßt und geradezu vortrefflich bewährt. Die anfallenden
Mehle, auch der letzten Mahlungen, sind locker in ihrem Gefüge und in
Bezug auf Backfähigkeit können sie sich zumindest messen mit den Mehlen
der Glattwalzen der gleichen Mahlungen, fast immer aber ist ihre Wasseraufnahme
und ihr Verhalten im Teige den letzteren Mehlen überlegen.
Verfasser hat in ungezählten Versuchen das immer wieder bestätigt
gefunden.
Die äußere Form der Sodermühle weicht von jener des Walzenstuhles
ab. Trotzdem läßt er sich sowohl in das Vermahlungsdiagramm
wie auch nach hinten hin sehr gut in die Reihe der Walzenstühle einbauen,
ohne auf das Aussehen des Walzenbodens störend zu wirken. Während
man in fast allen Mühlen für die Auflösung der Grieße und der vorderen 306