Abb. 16. Turbinen-Schrolkollergang
mil Übersetzung ins Langsame.
A bb. 17. Oberschlächtiges Wasserrad
mit Mahlgang und automatischer
Siebvorrichtung zur Trennung Von
Schale und Mehl durch Schlauchbeutel.
(Nach Strada d Rosberg 1617)
Die Schiffsmühle war an keinen eigentlichen Standort gebunden. Ließ
der Wasserstand zu wünschen übrig und versandete der Strom, dann wanderte
der Schiffsmüller eben ein Stück weiter mit seiner Mühle und legte dort
wieder an, wo günstige Zufahrt bestand und guter Stromstrich ihm die für
seine Mühle nötige Antriebskraft lieferte. Eine solche Schiffsmühle bestand
im wesentlichen aus zwei Holzschiffen, dem Hausschiff und dem Weitschiff,
auf welchem das eigentliche Werk ruhte. Zwischen diesen beiden Holzschiffen
wurde eine breites, unterschlächtiges Wasserrad von der Strömung
des Flusses getrieben, das seinerseits dann mit Hilfe von Übersetzungsgetriebe
den Mahlgang in Bewegung hielt. Solange die Mahlarbeit nur mit
dem Mahlgang allein ausgeführt wurde, spielte sich der Vermahlungsvorgang
auf dem Wasser ab. Getreide und Mehl wurden in einem Schuppen
am Ufer verwahrt und gelagert. Als dann später die Konkurrenz der günstiger
arbeitenden Wassermühlen mit ihren verbesserten Mahlverfahren
immer drückender wurde und auch da und dort die mit Feuermaschinen
(Dampf) betriebenen Mühlen die einfacheren Schiffsmühlen immer mehr
bedrängten, versuchten auch die Schiffsmüller durch Erweiterung ihres Maschinenparkes
und Sichtung ihres Mehles bessere Mehle zu liefern. Dadurch
wurden sie aber genötigt, um Raum zu gewinnen, des Platzes wegen, den
eigentlichen Mahlvorgang vom Schiff aufs Festland zu verlagern. Nur die
Antriebskraft blieb auf dem Wasser. Die Kraftübertragung erfolgte mit
Hanfseilen. 18